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Der Neue im Margonhaus

Die TLG Immobilien haben ihren Schrumpfkurs beendet. Jetzt denkt das Unternehmen wieder an einen vorsichtigen Ausbau.

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© Norbert Neumann

Von Bettina Klemm

Die TLG Immobilien AG kommt nun mit einer einzigen Etage im Margon-Hochhaus an der Budapester Straße aus. Vor einem Jahrzehnt hatte die TLG-Niederlassung Süd noch 130 Mitarbeiter. Derzeit sind es 27, die sich um Gewerbeimmobilien in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kümmern. Sie haben seit Mai einen neuen Chef: Felix Freiherr von Bethmann. Der 42-jährige Architekt verfügt über Erfahrungen mit Gewerbeimmobilien. Nach seinem Studium war er sieben Jahre lang bei einer Bank beschäftigt, danach wechselte er zu einem Immobilienunternehmen in Berlin und war dort Niederlassungsleiter. Mit dem ostdeutschen Immobilienmarkt sei er bestens vertraut, sagt TLG-Vorstand Niclas Karoff.

Einst waren die TLG Immobilien ein wichtiger Motor bei der Entwicklung der Stadt. Das Unternehmen war am Aufbau des Hotels de Saxe am Neumarkt und beim Bau der Altmarkt-Galerie beteiligt. Es hat begonnen, den Postplatz mit dem SAP-Gebäude und dem Hotel Motel ein neues Gesicht zu geben. Zudem hatte die TLG mehr als 2 000 Wohnungen in der Stadt saniert und verwaltet. Das alles ist aber Geschichte. Die Bundesregierung als Eigentümerin hat alle rund 11 500 Wohnungen der TLG 2012 an das Hamburger Unternehmen TAG verkauft. Auch die TLG selbst mit ihren Einzelhandels- und Büroimmobilien wurde Ende 2012 für 1,1 Milliarden Euro an den US-amerikanischen Finanzinvestor Lone Star verkauft. Im Herbst 2014 ging das Unternehmen dann an die Börse. Etwa zur gleichen Zeit verließ der damalige Niederlassungsleiter Klaus-Dieter Schwensen die TLG, seither war der Posten vakant.

Von Bethmann pendelt derzeit noch an den Wochenenden nach Berlin. Seine Familie will erst nach Dresden ziehen, wenn der größere Sohn die Grundschule beendet hat. „Aber ich bin gekommen, um hierzubleiben“, kündigt er an. Rund 207 Millionen Euro sind die 52 Bürohäuser, 78 Hotels und 77 Einzelhandelseinrichtungen wert, die zur Dresdner Niederlassung gehören. Es geht um die dauerhafte Vermietung der Objekte. „Wir wollen aber auch weitere Immobilien kaufen“, sagt von Bethmann. Im Februar hatte die TLG bereits das Büro- und Geschäftshaus am Ferdinandplatz für 10,3 Millionen Euro erworben.