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Der neue Kunstrasen – die große Bühne

Heinz Schölzel bekam auf dem neuen Geläuf die Ehrenplakette der Stadt. Auch die Schiebocker Fußballfrauen wurden geehrt.

Von Gabriele Naß und Wolfgang Schmidt

Einmal anfassen. Einmal fühlen, wie es sich läuft. Viele Gäste der Eröffnungsveranstaltungen für Bischofswerdas neuen Sportplatz nutzen am Wochenende die Gelegenheit, mit dem Kunstrasen auf Tuchfühlung zu gehen. Schön weich –  viel weicher und sauberer als der Hartplatz, den es an gleicher Stelle über viele Jahre gab.

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Zur großen Bühne wurde der neue Rasen am Freitagabend für einen Ur-Schiebocker. Für einen, dessen Herz am Fußball dieser Stadt hängt, wie sonst kaum eines und einer, der den Fußball der Gegenwart in dieser Stadt populär macht, indem er dessen Geschichte in Chroniken festhält.

Der Mann heißt Heinz Schölzel. Um sein Engagement macht er wenig Aufsehen, umso gerührter war er, als er am Freitagabend in der Halbzeitpause des Traditionsspieles aufs Feld gerufen wurde: Zur Verleihung der Ehrenplakette, der zweithöchsten Auszeichnung der Stadt. Ein würdiger Rahmen, denn viele schauten zu, auch während sie Bratwurst aßen oder Bier tranken. Stadtrat Uwe Barkow, selbst engagiert beim BFV, hatte ihn für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Im Stadtrat gab es dafür die nötige Zweidrittelmehrheit.

„Ich bin völlig überrascht, freue mich aber riesig über diese Auszeichnung“, sagte Heinz Schölzel nach der Übergabe (Foto) mit Oberbürgermeister Andreas Erler (CDU), BFV-Präsident Jürgen Neumann und der Landtagsabgeordneten Patricia Wissel (CDU). Er bekam die Auszeichnung für viele ehrenamtliche Fußball-Jahre, unter anderem für seine Torwartleistungen in jungen Jahren, die Arbeit als Nachwuchstrainer und als Leiter des Bischofswerdaer Trainingszentrums Fußball von 1965 bis 1989. Hier wurden talentierte Kinder und Jugendliche gefördert. 28 schafften es allein zu Dynamo Dresden, unter ihnen Udo Schmuck, der am Freitag sagte: „Ohne das Engagement solcher Ehrenamtlicher wie Heinz Schölzel wäre der regionale Aufschwung im Fußball nie möglich gewesen.“ Udo Schmuck schaffte es als Erster aus dem Trainingszentrum Bischofswerda auch in eine DDR-Auswahlmannschaft.

Wichtig ist es Heinz Schölzel, seine Erkenntnisse und Erlebnisse aus seiner Fußballzeit aufzuschreiben. So entstand unter anderem 2008 – anlässlich 100 Jahre Fußball in Bischofswerda – sein Buch „Erinnerungen an meine Zeit als Fußballtrainer“. Sechs Bände sind inzwischen erschienen. Außerdem richtet er ein kleines Museum ein, in dem er Fußballgeschichte dokumentiert. Nach dem Tod seiner Ehefrau Renate 2010 und gesundheitlichen Problemen nahm sich Heinz Schölzel eine Auszeit. Inzwischen schreibt er wieder. Bereits konzipiert ist eine weitere Ausgabe der Bischofswerdaer Oberliga-Jahre.

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Ehre, wem Ehre gebührt. So bot das Traditionsspiel auch den würdigen Rahmen für den Dank an Bischofswerdas Fußballfrauen, die schon in ihrer ersten Saison für den BFV unter Trainer Tino Gottlöber den Aufstieg in die Landesliga schafften. Und der Nachwuchs wächst heran. Bischofswerdas B-Mädchen bezwangen am Sonnabend beim Kunstrasen-Einweihungsspiel die Mädels aus Hohenstein-Ernstthal mit 4:2. Das Traditionsspiel verloren die Schiebocker übrigens mit 2:7. Kein Beinbruch. Co-Trainer Frank Lippmann: „Die Partie war ausgeglichen. Wir waren nur im Sturm nicht ganz so durchschlagkräftig.“