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Der Neue über Döbelns Dächern

Schornsteinfeger Andreas Bunk betreut den Kehrbezirk von Döbeln und Umland. Der war lange unbesetzt.

© André Braun

Von Maria Fricke

Region Döbeln. Für viele Grundstücksbesitzer hat die Ungewissheit ein Ende. Mit Andreas Bunk haben sie endlich wieder einen festen Schornsteinfeger in ihrem Kehrbezirk. Zum 1. September ist der 42-Jährige von der Landesdirektion Sachsen zum neuen Bezirksschornsteinfeger für den Kehrbezirk 14 5 22 01 bestellt worden und damit für rund 2 400 Grundstücke in Bereichen der Stadt Döbeln und Umgebung zuständig. Denen fehlte seit dem 24. Februar ein fester Ansprechpartner, wenn es um ihre Feuerstätten ging.

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Der Grund: Die Landesdirektion hatte die Bestellung von Bunks Vorgänger an jenem Tag wegen fachlicher Unzuverlässigkeit mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Zwar wurde der Kehrbezirk in der Zwischenzeit wieder neu besetzt, jedoch blieb es bei Zwischenlösungen mit bestellten Vertretern aus anderen, umliegenden Kehrbezirken, die die hoheitlichen Aufgaben in Döbeln und Umgebung zusätzlich übernommen haben. Ab Mitte März 2016 war zunächst ein Vertreter bestellt. Ab 2017 haben drei Vertreter sich die Aufgabe bis zur Bestellung von Andreas Bunk geteilt, informierte Mandy Taube, Sprecherin der Landesdirektion Sachsen. „Die bestellten Vertretern haben versucht, alle anfallenden Arbeiten zeitnah zu erledigen. Probleme aus dem Kehrbezirk während der Vertreterzeit sind uns nicht bekannt“, so Mandy Taube weiter.

Mit Bunk blicken die hiesigen Grundstücksbesitzer nun in ein bekanntes Gesicht. Er ist bereits seit 1991 in der Region Döbeln als Schornsteinfeger im Einsatz. „Ich habe sogar in dem Kehrbezirk gelernt“, sagt Bunk. „Ich war bei dem alteingesessenen Schornsteinfeger Bernd Noack. Dort habe ich die traditionellen Arbeiten des Handwerks gelernt“, ergänzt der Döbelner. An seinem Beruf schätzt Bunk die Vielfalt. „Jeder Tag ist anders. Man hat ständig Kontakt zu anderen Leuten und ich bin viel an der frischen Luft“, erklärt er.

Nach 20 Jahren in dem Beruf hat sich Bunk, der zuletzt für Schornsteinfegermeister Andreas Koch aus Ebersbach gearbeitet hat, dazu entschieden, einen Meisterabschluss in seinem Fachgebiet zu absolvieren. Dafür drückte er nach Feierabend noch einmal die Schulbank, sowohl bei der Handwerkskammer in Chemnitz als auch in der Bildungsstätte des Schornsteinfegerhandwerks in Eilenburg. Dort lernen angehende Essenkehrer aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mitte Mai erhielt Bunk seinen Meisterbrief. „Es war schon immer mein Traum, auf eigenen Füßen zu stehen“, sagt er. Mit Erhalt des Meisterbriefes sei er auch sofort in die Innung eingetreten, um die Interessen des Handwerks zu vertreten.

In seinem ersten eigenen Kehrbezirk ist Bunk der Einzige, der Feuerstättenschauen durchführen darf. „Hoheitlich dem Bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger übertragen bleiben auch die Überprüfung der Betriebs- und Brandsicherheit, die Bauabnahmen neuer Feuerstätten und Schornsteine, die Durchführung von behördlich angeordneten Ersatzvornahmen, wenn der Eigentümer seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, und die Erstellung des sogenannten Feuerstättenbescheids“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerkes. Mit freien Tätigkeiten wie dem Kehren der Schornsteine oder der Abgasüberwachung von Gas- und Ölheizungen und Feststoffmessungen können Kunden neben Bunk auch andere Schornsteinfeger beauftragen. Gleichzeitig kann der Döbelner diese Aufgaben auch außerhalb seines Kehrbezirkes erledigen. „Wenn ich einen Auftrag bekomme, ist das schon der Fall“, sagt Bunk.

Bestellt bis Ende August 2024

Die Aufteilung der Aufgaben in hoheitliche sowie freie besteht seit einer Gesetzesänderung, die zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten ist. In dieser ist auch geregelt, dass Bezirksschornsteinfeger nicht mehr unbefristet in ihrem Kehrbezirk bestellt sind, wie dies zuvor praktiziert worden ist. Nach sieben Jahren wird nach dem aktualisierten Gesetz der Kehrbezirk nun neu ausgeschrieben. Für Bunk spielt das keine Rolle. Er kann sich gut vorstellen, sich auch für die nächsten sieben Jahre wieder für den Kehrbezirk zu bewerben. Möglich ist das laut Landesdirektion. Bevorzugt behandelt wird der Döbelner dabei jedoch nicht, auch wenn er die Kunden in der Region dann bereits bestens kennen dürfte.

Doch zurzeit ist Bunk gerade dabei, sich den Kundenstamm neu aufzubauen. Er sei in den ersten Wochen bereits viel unterwegs gewesen. Seit seinen Anfängen als Schornsteinfeger 1991 in Döbeln hätte sich einiges in dem Beruf geändert. „Er ist technischer und bürokratischer geworden“, meint der Döbelner. Vor allem als bestellter Bevollmächtigter verbringe er viel Zeit im Büro. Ausgleich findet Bunk im Sport. Er organisiert den Döbelner Halbmarathon mit und gehört zur Abteilung „neuelaufkultur“ des Sportvereins des Sport- und Freizeitzentrums WelWel in Döbeln.

Ob Andreas Bunk auch für Sie zuständig ist, können Sie unter anderem auf www.schornsteinfeger.de beim Bundesverband der Schornsteinfeger herausfinden.