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Der neue zweite Mann im Revier Coswig

Eigentlich ist es mehr eine Rückkehr als ein neuer Anfang. Denn in Coswig kennt sich Polizeihauptkommissar Uwe Schneider aus. Hier verbrachte er schon Mitte der Achtziger einige Jahre seiner Laufbahn bei der Polizei.

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Von Torsten Oelsner

Eigentlich ist es mehr eine Rückkehr als ein neuer Anfang. Denn in Coswig kennt sich Polizeihauptkommissar Uwe Schneider aus. Hier verbrachte er schon Mitte der Achtziger einige Jahre seiner Laufbahn bei der Polizei. Damals noch als Streifenpolizist mit Hund unterwegs, ist er jetzt der Stellvertreter von Revierleiter Christian Wolf. Beide bekleiden den selben Rang. „Aber das hat in der Praxis wenig zu sagen, da gibt es genug Beispiele bei der Polizei, wo Leute mit drei Sternen auf den Schulterklappen einen Vorgesetzten mit nur einem Stern haben“, sagt Schneider.

Den Beruf von der

Pike auf gelernt

Von Haus aus ist Uwe Schneider gelernter Koch. Doch nach der Einberufung zur Bereitschaftspolizei blieb er „dabei“. Das war 1982. Danach begann Schneider, der aus Robschütz bei Meißen stammt, seinen Dienst im neuen Polizeirevier Coswig. Dieses war damals noch in einem Hintergebäude des alten Rathauses untergebracht. Aus dieser bewegten Zeit in den Achtzigern stammt Schneiders Ortskenntnis. Er war an allen Brennpunkten dabei – vom Heavy-Metal-Konzert in der Börse bis zur Randale nach der Disko in der Spitzgrundmühle.

Nach drei Jahren Coswig folgte die Ausbildung auf der ABV-Schule und der anschließende Dienst in Meißen. „Mein Bereich, für den ich verantwortlich war, reichte vom Triebischtal bis in meinen Heimatort Robschütz“, erzählt Schneider. Heute wohnt der dreifache Vater in Pirna und pendelt jeden Tag mehrere Stunden von und zum Arbeitsort. Aber dass sei vorher noch schlimmer gewesen, sagt Schneider. Denn nach der Wende arbeitete er lange Jahre in Riesa. Erst in der damaligen Verkehrsinspektion, deren Leiter er drei Jahre lang war. Danach qualifizierte er sich zum Ausbilder und arbeitete bis zum vorigen Jahr im Ausbildungszentrum der Polizei in Riesa-Heyda. Dort werden Polizisten darauf trainiert, sich in Standart- und Stresssituationen richtig zu verhalten. Als Vorlage dienen dabei Erfahrungen aus dem polizeilichen Alltag. „Die Hand an der Waffe etwa ist bei bestimmten Situationen heute schon Gewohnheit, das war nicht immer so“, sagt Schneider.

Angesprochen auf die Gefährlichkeit des Berufes wiegelt Schneider dennoch ab. „Sicher, es ist eine subjektive Sache, was man als gefährlich ansieht, aber an eine richtig brenzlige Situation kann ich mich auf die Schnelle nicht erinnern“, sagt Schneider. „Bauarbeiter beispielsweise leben da viel gefährlicher.“

Schlimme Erinnerung

an einen Unfall

Dabei erinnere er sich an einen tragischen Arbeitsunfall direkt vor der alten Polizeiwache in Meißen. „Dort arbeiteten zwei Portugiesen in einem Graben, den sie in den Fußweg gebaggert hatten, die Granitplatten des Gehweges lagen daneben aufgetürmt“, erzählt Schneider. Wahrscheinlich durch die Erschütterungen der vorbeifahrenden Lkw gerieten diese plötzlich ins Rutschen. „Einer der Leute konnte noch rausspringen, der andere bekam die Platten in den Rücken und wurde gegen den Rand der Grube gedrückt, und nichts da, keine Technik oder irgendwelche Hilfsmittel“, sagt Schneider noch heute aufgewühlt. Nach einer Dreiviertelstunde sei der Portugiese gestorben. Schlimm sei auch der Busunfall 1997 auf der A 14 gewesen. Damals starben vier Menschen.

Natürlich gab es auch einmal einen Grund zum Schmunzeln. Etwa 1989, als Schneider mit einem Kollegen in Zivil auf Arbeit kam und die Menschen nach dem Ausreisevisum anstanden. „Die dachten, wir wollen vordrängeln“, erzählt Schneider und lacht. Am Ende sind er und sein Kollege über ein Seitentor in die eigene Wache „eingestiegen“.