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Der Patriarch

David Rockefeller sen., Enkel des berühmten Öl-Magnaten, feierte gerade seinen 99 Geburtstag. Das Fest endete mit einem Unglück.

Von Dominique Bielmeier

Seit der US-Amerikaner John Davison Rockefeller (1839 – 1937) dank des Ölgeschäfts vom Buchhalter zum damals reichsten Mann der Welt wurde, ist der Name Rockefeller untrennbar mit Reichtum verbunden. Dafür sorgen auch das weithin sichtbare Rockefeller Center und die gleichnamige Universität in New York.

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Gerade ist der Familienname jedoch vor allem wegen eines tragischen Unfalls in den Schlagzeilen: Auf dem Heimweg vom 99. Geburtstag seines Vaters ist der Sohn von David Rockefeller mit seinem Privatflugzeug abgestürzt und ums Leben gekommen. Bei Nebel und Regen habe das Flugzeug des 65-jährigen Richard Rockefeller nördlich von New York zunächst Bäume gestreift und sei dann zu Boden gestürzt, so ein Sprecher der Familie. Er war das fünfte von sechs Kindern David Rockefellers – des ältesten noch lebenden Patriarchen des Familienclans.

Der inzwischen 99-jährige Enkel des Dynastie-Begründers wurde im Unterschied zu seinem berühmten Großvater sprichwörtlich mit dem Silberlöffel im Mund geboren: in der privaten Krankenstation des New Yorker Elternhauses, der damals größten Privatresidenz der Stadt. Seine Kindheit verbrachte er größtenteils auf dem Schloss der Familie nördlich von New York City.

Nach dem Studium in Harvard, das er 1936 mit dem Bachelor of Science abschloss, und weiteren Studien in London promovierte er über „Ungenutzte Quellen und wirtschaftliche Verschwendung“. Um praktische Erfahrungen in der Verwaltung zu sammeln, arbeitete er danach 18 Monate lang im Büro des damaligen Oberbürgermeisters von New York, La Guardia.

Ab 1942 musste auch David Rockefeller in den Krieg. Er kämpfte in Nordafrika und Frankreich und wurde 1945 als Hauptmann entlassen.

Im folgenden Jahr trat Rockefeller in den Stab der Chase National Bank in New York ein, deren Aufsichtsratsvorsitzender sein Onkel war und die außerdem eng mit dem Ölgeschäft verbunden war. Rockefeller stieg bis 1969 zum Vorstandschef des Unternehmens auf.

Seit seinem Ruhestand im Jahr 1981 spielt der Milliardär – wie seine Vorfahren – vor allem den Wohltäter: So spendete er Millionen für das Museum of Modern Art oder auch für seine eigene Alma Mater.