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Der Pulsitzer Spargel ziert sich noch

Bei Familie Schertenleib in Pulsitz bei Ostrau ist mit der Ernte begonnen worden. Richtig ertragreich ist sie aber bisher nicht. Hilfe gibt es nun doch aus Osteuropa.

Adrian Oprisa ist einer von fünf rumänischen Gastarbeitern auf dem Spargelhof Schertenleib in Pulsitz. Bisher war die Ausbeute wegen der zu kühlen Nächte noch nicht so üppig.
Adrian Oprisa ist einer von fünf rumänischen Gastarbeitern auf dem Spargelhof Schertenleib in Pulsitz. Bisher war die Ausbeute wegen der zu kühlen Nächte noch nicht so üppig. © Dietmar Thomas

Ostrau. Vorarbeiter Robin Seifert und fünf rumänische Gastarbeiter gehen durch das Spargelfeld an der Schmorrener Straße. Sie schlagen die Planen zurück und schauen, ob es etwas von dem Stangengemüse zu ernten gibt. „So richtig viel haben wir noch nicht rausgeholt. Die Nächte waren noch zu kalt“, sagt Robin Seifert.

Obwohl die Ausbeute noch recht dürftig ist, macht Adrian Oprisa einen fröhlichen Eindruck. Der Rumäne ist einer der fünf Gastarbeiter. Noch vor einigen Wochen war es unklar, ob sie aufgrund der Corona-Krise überhaupt einreisen könnten. Doch nun ist Adrian, der in seiner Heimatstadt Petrila als Taxifahrer arbeitet, froh, in Deutschland angekommen zu sein.

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Auf dem Spargelhof der Familie Schertenleib ist der 33-Jährige kein Unbekannter. „Ich war schon in den vergangenen drei Jahren hier“, sagt er. Die Anreise sei etwas schwierig gewesen. „Neun Stunden mussten wir auf dem Flughafen in Rumänien ausharren, weil sich die Kontrollen solange hingezogen haben“, sagt Adrian Oprisa.

Diese Wartezeit musste auch Junior-Chef Mathias Schertenleib überbrücken, der die Rumänen am Donnerstag vor Ostern am Flughafen Düsseldorf abgeholt hat. „Zum Glück wohnt in der Nähe ein Landwirt, den wir kennen. Bei ihm konnten wir die Wartezeit verbringen und mussten nicht am Flughafen warten“, sagt Schertenleib. Die Wiedersehensfreude sei auf beiden Seiten groß gewesen.

Es sei der Kern der Truppe aus Rumänien, die auch in den vergangenen Jahren in Pulsitz im Einsatz war. Nur ein junger Mann sei neu, der sich noch etwa einleben muss. „Aber er hat einen guten Start hingelegt. Er wird sich schnell integrieren, denke ich“, sagt Mathias Schertenleib. 

Mehrere Helfer sind derzeit bereits auf dem Spargelfeld in Jahna unterwegs. Auch einige Gastarbeiter aus Rumänien.
Mehrere Helfer sind derzeit bereits auf dem Spargelfeld in Jahna unterwegs. Auch einige Gastarbeiter aus Rumänien. © Dietmar Thomas

Es seien alles freundliche, hilfsbereite Leute, es sei ein gutes Miteinander. „Wir sind froh, dass wir unsere vertrauten Mitarbeiter wieder auf dem Hof haben“, so Schertenleib. Lang genug habe der Kampf gedauert, die Organisation sei nicht einfach gewesen. „Wir sind jetzt ein Stück zuversichtlicher, dass wir die Saison gut bewältigen können“, so der Landwirt.

Spargel selbst stechen

Am Sonnabend waren die Erntehelfer zum ersten Mal auf dem Feld und haben etwa 15 Kilo geerntet, so Schertenleib. Am Sonntag sei es schon etwas mehr gewesen. „Aber es ist eben noch nicht so weit, dass wir die Saison richtig eröffnen können“, sagt der Junior-Chef. Bis Mittwoch habe man etwa 300 Kilogramm stechen können.

Das Feld an der Schmorrener Straße an der B 169 soll nach dieser Saison aufgegeben werden. „Das ist eine alte Anlage. Dort planen wir am 25. April von 9 bis 13 Uhr eine Aktion, bei der Interessierte den Spargel selbst stechen können. Spargelmesser können gegen eine Kaution ausgeliehen werden, ein Gefäß sollte jeder mitbringen“, so der Chef. Danach wird die Fläche eingeebnet.

Neben den rumänischen Helfern gibt es noch vier deutsche Mitarbeiter. Die stehen in den Startlöchern und warten, dass die Saison beginnt. „Es warten alle, dass es endlich richtig losgeht. Die Kunden, die Mitarbeiter und die Abnehmer natürlich auch“, so Schertenleib. Die rumänischen Gastarbeiter seien nebenbei mit anderen Arbeiten beschäftigt, die auf dem Hof anfallen.

So sieht der frische Spargel auf dem Feld in Pulsitz aus.
So sieht der frische Spargel auf dem Feld in Pulsitz aus. © Dietmar Thomas

Die Saison wird keine übermäßig gute, aber auch keine sehr schlechte. Es wird so sein, dass sich Angebot und Nachfrage ausgleichen, erwartet der Landwirt. Die Erntemenge werde wohl etwa 20 Prozent unter der des Vorjahres liegen. „Wir haben einen frühen Start hingelegt, deshalb wird die Saison wohl auch etwas früher beendet sein.“

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Nachdem in den vergangenen Jahren die Preise stabil geblieben seien, habe man sie in diesem Jahr etwas angehoben, erklärt Mathias Schertenleib. Spargel der Klasse I kostet im Hofverkauf zwölf Euro pro Kilo, für Spargel der Klasse II sind neun Euro fällig. Damit liegen die Pulsitzer deutlich unter dem Durchschnittspreis, der vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer mit 13,77 Euro pro Kilogramm angegeben wird.

Spargel selbst stechen am 25. April von 9 bis 13 Uhr, Schmorrener Straße an der B 169

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