merken

Der Putzmeister

Wieland Hofmann ist Firmenchef und Angestellter zugleich. Er erledigt die kleinen Dinge des Alltags.

© Bernd Goldammer

Von Thomas Drendel

Hier shoppt Riesa

Genießen Sie das Einkaufsvergnügen der besonderen Art in über 30 Shops.

Wieland Hofmann hat seinen Job einem Zufall zu verdanken. 2004 las der Langebrücker in der Zeitung von einem Mann aus Ottendorf, der sich um den Haushalt von Senioren kümmert, beim Rasenmähen half oder bei gestressten Familien den Einkauf übernahm. „Das kann ich auch“, sagte sich Wieland Hofmann. Dann schlief er eine Nacht drüber und am nächsten Morgen stand fest. „Ich probiers.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits mehrere Berufe ausprobiert. Bis zur Wende kümmerte sich der gelernte Maschinen- und Anlagenschlosser um die Reparatur von Traktoren in einem Landwirtschaftsbetrieb in Langebrück. Dann kam plötzlich das Aus. Der Betrieb wurde geschlossen. Wieland Hofmann musste sich nach etwas Neuem umsehen. Er arbeitete bei einer Zeitarbeitsfirma und war als Trockenbauer tätig. Bei einer Malerfirma wäre er gerne geblieben. Doch der Eigentümer verstarb und das kleine Unternehmen wurde aufgelöst. Da kam ihm der Zeitungsartikel gerade recht. Beim Arbeitsamt beantragte er Übergangsgeld. Damit gründete der Langebrücker sein Ein-Mann-Unternehmen „Seniorenservice und Haushaltshilfe“. „Es konnte ja nichts schiefgehen. Selbst wenn ich keine Aufträge bekommen hätte. Das Geld brauchte ich nicht zurückzahlen“, erinnert er sich.

Anfangs kamen die Aufträge noch recht spärlich. Als der Langebrücker jedoch bei der Altenhilfe erläuterte, was er für Dienste anbietet, konnte er sich vor Aufträgen kaum noch retten. „Es läuft so gut, dass ich noch einen Mitarbeiter einstellen könnte“, berichtet er. Anfangs sind es hauptsächlich Rentner, die die Dienste des Kleinunternehmers in Anspruch nehmen. „Angefangen habe ich mit Gartenarbeiten - Rasen mähen und Hecken verschneiden sowie Haushaltsdiensten“, berichtet Hofmann. Im Winter hat er hauptsächlich mit Einkaufen und Schneeräumen zu tun.

2007 kam dann plötzlich der Anruf eines Autohauses. „Ich wurde gefragt, ob ich das nicht übernehmen könnte. Natürlich habe ich zugesagt.“ Sechs Wochen Probezeit, dann hatte er den Job dauerhaft. „Da muss man schon sehr genau sein. Die Autos kosten ja teilweise ein Vermögen. Da müssen die Räume und die Wagen blitzblank sein“, sagt Wieland Hofmann. Offenbar sprachen sich die Verlässlichkeit und die Genauigkeit herum. Wenig später meldete sich ein zweites Autohaus. Diese „Großaufträge“ erledigt er gemeinsam mit seiner Frau. Alles andere macht er allein. Einen großen Auftraggeber hätte er noch gerne. „Eine Zeit lang habe ich mit meiner Frau ein Gebäude mit mehreren Büros saubergemacht. Das ist uns leider weggebrochen“, sagt der Langebrücker.

Er schätzt an seiner Arbeit, dass kein Tag dem anderen gleicht. Der eine schickt ihn zum Einkaufen, beim anderen muss er nur Schnee schippen, beim dritten nur ab und zu Rasen mähen. „Meist fange ich mit der Arbeit schon sehr früh am Morgen an. Es gibt aber auch Tage, an denen ich vorrangig in den Nachmittags oder Abendstunden arbeite“, sagt der Firmenchef. „Ich bereue nicht, dass ich damals den Schritt gewagt und meine Firma eröffnet habe. Heute gibt es kein zurück mehr.“ Seine Kunden kommen inzwischen nicht nur aus Langebrück. Er fährt bis nach Freital. Auch in Prohlis hat er jemanden zu betreuen.Am bekanntesten ist Wieland Hofmann aber in Langebrück. Hier hat er bei vielen Einwohnern schon ausgeholfen.

Kontakt: 0172 9747357

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.