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Der Reiseplan für die Dynamo-Fans

Nach Ingolstadts Scheitern in der Relegation ist die dritte Liga komplett. Auf Dresden warten Premieren, alte Bekannte und lange Auswärtsfahrten.

Den Dresdner Fans stehen weite Anreisen zu den anderen Drittligisten bevor - sofern Zuschauer trotz Corona wieder ins Stadion dürfen.
Den Dresdner Fans stehen weite Anreisen zu den anderen Drittligisten bevor - sofern Zuschauer trotz Corona wieder ins Stadion dürfen. © Lutz Henschel, Montage: SZ

Pöbeleien, Beschimpfungen, Tränen: Die Emotionen nach dem Rettungs-Happy-End des 1. FC Nürnberg kochten am Samstag auch ohne Fans im Ingolstädter Stadion über. Beinahe flogen nach dem Abpfiff sogar die Fäuste, nachdem Nürnbergs Joker Fabian Schleusener in der sechsten Minute der Nachspielzeit das 1:3 für den Zweitligisten erzielt hatte. Der späte Glücksmoment der Franken in der Relegation bedeutete für den Drittligisten FCI, dass er nach dem 0:2 im Hinspiel trotz des Heimsiegs als Verlierer dastand. Das Nürnberger Auswärtstor entschied in der Gesamtrechnung.

„Die Mannschaft hat Unglaubliches geleistet, dann wirst du so bestraft, das ist schon brutal“, klagte Trainer Tomas Oral, der mit dem FCI vor einem Jahr als Zweitligist in der Relegation abgestiegen war. Für die überbordenden Gefühle wie bei Kapitän Stefan Kutschke zeigte Oral „Verständnis“. Ex-Dynamo Kutschke soll Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger auf dem Weg in die Kabine „Komm hier rein und sei ein Mann“ zugerufen haben.

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Für Ingolstadt und Kutschke gibt es somit ein Wiedersehen mit Dynamo – wenn auch in der dritten Liga. Glücklich dürften die Dresdner darüber wenig sein, denn die Bayern kann man durchaus als Angstgegner bezeichnen: In zehn Zweitliga-Duellen konnte Dynamo gerade mal eins gewinnen. Brisanz versprechen zudem die Ostderbys gegen Magdeburg und Rostock. Zuletzt trafen die Dresdner im März 2019 auf die Magdeburger – damals noch in Liga 2.

Manch‘ alter Fan wird mit Wehmut an die 70er-Jahre zurückdenken, als sich beide Klubs regelmäßig um die Meisterschaft in der DDR-Oberliga stritten. Gegen Hansa Rostock spielten die Dresdner zuletzt im März 2016 in der dritten Liga. Während Dynamo in der Saison den Aufstieg perfekt machte, müssen die Rostocker schon seit 2012 dort ausharren – und wären 2015 sogar beinahe abgestiegen.

© Grafik: Gernot Grunwald

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Mit Zwickau und dem Halleschen FC warten zwei weitere Ostduelle auf die Dresdner, davon ein rein sächsisches. Die Klubs gingen sich in den vergangenen Jahren eher aus dem Weg: Zwischen 2014 und 2016 trafen Dynamo und Halle in zwei Drittliga-Spielzeiten aufeinander, davor zuletzt 2002 in der Oberliga. Dort standen sich auch Zwickau und Dresden, deren Anhänger eine Fanfreundschaft pflegen, letztmals bei einem Punktspiel gegenüber.

Daneben warten auf Dynamo in der neuen Saison gleich mehrere Premieren: Mit Türkgücü München, Viktoria Köln, Waldhof Mannheim und dem SV Meppen gibt es gleich vier Klubs, gegen die Dresden bisher in keinem Ligaspiel angetreten ist. Immerhin trafen Meppen und Dynamo einmal im DFB-Pokal aufeinander: Bei dem Erstrunden-Duell im August 1994 konnte die Sportgemeinschaft durch einen 1:0-Auswärtssieg den Einzug in die zweite Runde feiern, schied später aber im Achtelfinale aus.

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Meppen ist mit fast 600 Kilometer zugleich die Stadt, die am weitesten von Dresden entfernt ist – zumindest so lange Saarbrücken seine Heimspiele interimsmäßig in Frankfurt austrägt. Auch sonst müssen sich Dynamo und die Fans auf weite Reisen einstellen: Von 19 Auswärtsfahrten sind 15 mindestens 400 Kilometer lang. (mit dpa)

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