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Der Riesapark hofft auf Weihnachten

Corona hat auch die Händler im Weidaer Einkaufszentrum mitgenommen. Von schlechter Stimmung kann aber keine Rede sein, beteuert der Leiter des Centers.

Uwe Eigenbrod vor der Insektenwiese am Riesapark. Seit 2016 leitet er das Center in Riesa-Weida.
Uwe Eigenbrod vor der Insektenwiese am Riesapark. Seit 2016 leitet er das Center in Riesa-Weida. © Sebastian Schultz

Riesa. Wer zurzeit in den Riesapark einkaufen fährt, der kommt unweigerlich an einem violetten Blütenteppich vorbei. Im Winter hatte die Werbegemeinschaft des Riesaparks die Wiese neben der Zufahrt umpflügen und die Samen für eine Insektenwiese einbringen lassen. Jetzt steht die Phacelia in voller Blüte, und die Hummeln laben sich. "Ich war zuletzt schon erschrocken", sagt Riesapark-Manager Uwe Eigenbrod. "Als ich vor vier Jahren hier anfing, war die Scheibe oft voller Insekten, wenn ich von Berlin nach Riesa fuhr. Jetzt ist die Scheibe komplett frei." 

Klar, das Einkaufszentrum könne die Insekten nicht retten. "Aber zumindest einen kleinen Beitrag können wir leisten, und ein Signal setzen." Wenn alles gut geht, wachsen in den nächsten Wochen noch einige Sonnenblumen auf der Wiese empor. Gemäht wird jedenfalls in diesem Jahr nicht, betont Uwe Eigenbrod. Nur ein schmaler Streifen an der Straße muss kurz gehalten werden. "Weil es leider immer noch Autofahrer gibt, die ihre Zigarette aus dem Auto schnipsen." Höheres Gras erhöhe dann nur das Brandrisiko. 

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Maskenpflicht bremst Riesas Einkaufslust

Während es vor dem Riesapark Wachstum zu bestaunen gibt, hat die Corona-Pandemie den Handel in diesem Jahr heftig ausgebremst. Da bildet der Riesapark keine Ausnahme. Der Centermanager redet nicht erst um den heißen Brei herum: Auf dem Niveau vor dem Lockdown ist man in Weida noch nicht angekommen. "Die Frequenz ist rückläufig, und das wird wahrscheinlich auch noch bleiben, solange es die Maskenpflicht gibt." Er könne es den Kunden nicht einmal übel nehmen, dass sie mit Maske ungern bummeln gehen. "Das bekommen vor allem die Textil- und Schuhhändler zu spüren." Die seien am Kämpfen, während Elektronik und alltäglicher Einkauf mittlerweile wieder gut funktionierten. 

Die Vorbereitungen: Im Dezember wurde das Wiesengrundstück neben dem Riesapark umgepflügt. 
Die Vorbereitungen: Im Dezember wurde das Wiesengrundstück neben dem Riesapark umgepflügt.  © Riesapark
Das Ergebnis: Die Insektenwiese blüht derzeit violett. Es sollen aber noch weitere Blumen dazukommen.
Das Ergebnis: Die Insektenwiese blüht derzeit violett. Es sollen aber noch weitere Blumen dazukommen. © Sebastian Schultz

Dabei ist das Ordnungsamt in Riesa aus seiner Sicht durchaus liberaler als in Berlin, wo sich Uwe Eigenbrod noch um ein weiteres Einkaufszentrum kümmert. Im Gang der Mall brauche man zum Beispiel überhaupt keine Maske. "In Berlin haben wir außerdem am Tag 40 Kunden, wie sich darüber beklagen, weil andere Kunden keine Maske tragen." Dagegen ist Riesa entspannter, so Eigenbrods Beobachtung. Trotzdem seien die Kunden eben verunsichert - und entsprechend werde weniger gekauft. Inwieweit sich die Mehrwertsteuersenkung auswirken wird, ist offen. "Der Oktober wird zeigen, wie der Handel das alles wegsteckt", vermutet der Center-Leiter. "Die Erwartungshaltung geht schon sehr stark Richtung Weihnachtsgeschäft." Dann, so die Hoffnung in der Branche, könnten die Regeln stärker gelockert sein - und die Kauflaune zurückkehren. 

Miese Stimmung unter den Händlern in der Werbegemeinschaft will Uwe Eigenbrod bisher aber nicht ausgemacht haben. "Ich würde weder sagen, dass sie angespannt ist, noch ängstlich." Aber davon, dass die Welt in Ordnung ist, kann auch nicht die Rede sein, macht er deutlich. Die Einnahmeausfälle während des Lockdowns und  danach haben viele Händler getroffen. Je nach Einzelfall und wirtschaftlicher Lage sind nach wie vor viele Mieten gestundet. Immerhin: "Mittlerweile sind fast alle unsere Geschäfte wieder zu den Kernöffnungszeiten geöffnet. Ich bin dankbar dafür, dass die Händler da auch mitgehen." 

Startet 2021 der Umbau?

Eine Auswirkung der Corona-Krise steht indes schon sicher fest: Baulich wird sich auf dem Gelände in diesem Jahr nichts mehr tun. Mittlerweile ist es schon fast drei Jahre her, dass Parkplatz und Dach erneuert wurden. Der Eigentümer aus Frankreich hatte in den vergangenen Jahren mehrere Umfragen und Gutachten in Auftrag gegeben, um die Ergebnisse bei einer Modernisierung des Centers umsetzen zu können. Pläne gibt es mittlerweile wohl, lässt der Centermanager durchblicken. Covid-19 aber hat den bisherigen Zeitplan wohl noch einmal empfindlich gestört. Uwe Eigenbrod hofft jetzt auf das kommende Jahr. "Es muss etwas passieren, es kommt auch etwas." 

Ob dann auch gleich die gewünschten Mieter einziehen, das ist eine andere Frage. In der Hinsicht herrsche ja schon jetzt eine gewisse Unsicherheit im Center: Nach wie vor ist unklar, vor welcher Zukunft Ankermieter Real steht. 

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