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Der Schaden für Dresden ist groß

über die Offensive der Stadt im Alaunpark

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Tobias Winzer

Polizeistreifen, die an lauen Sommerabenden in Uniform den Alaunplatz kontrollieren und Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die Bußgeldbescheide an Feiernde verteilen – das ist keine schöne Vorstellung.

Nach dem, was die Stadt versucht hat, um das Müll- und Lärmproblem in einem der beliebtesten Parks in Dresden in den Griff zu bekommen, ist das härtere Durchgreifen aber nur konsequent.

Als das Thema vor einem Jahr schon einmal diskutiert wurde, hieß es: Die Feiernden hätten ja gar keine Möglichkeit, ihren Müll loszuwerden, weil es nicht genügend Tonnen gebe. Also hat die Stadt reagiert und mehr Mülleimer aufgestellt. Nur gebracht hat es nichts.

Wie wir jetzt wissen, ist es nun einmal leider so, dass einige Unverbesserliche ihren Müll nach einem schönen Grillabend einfach liegen lassen, ganz egal, ob die nächste Mülltonne nur 50 Meter entfernt ist. Und dass es einige Rücksichtslose nicht kümmert, wenn durch ihre laute Musik Anwohner nicht schlafen können. Dass das Experiment „Mehr Mülltonnen statt mehr Kontrollen“ im Alaunpark nicht funktioniert hat, ist aber auch schade für ganz Dresden.

Denn einer der großen Annehmlichkeiten in der Stadt ist es doch, dass man im Sommer ungezwungen in den vielen Parks oder am Elbufer mit Freunden sitzen, ein Bierchen trinken und ein Steak auf den mitgebrachten Grill werfen kann – ohne sich dafür, was durchaus denkbar wäre, bei einer Behörde anmelden zu müssen und ohne, dass die Taschen und Rucksäcke am Parkeingang auf Glasflaschen kontrolliert werden.

Weil es einige aber nicht schaffen, sich an Grundregeln zu halten, droht ein Stück Lebensqualität in Dresden verloren zu gehen.