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Der Schnee kann kommen

Die Kommunen im Landkreis haben Konsequenzen aus den teilweise chaotischen Schneeverhältnissen in den vergangenen beiden Wintern gezogen. Lagerkapazitäten für Salz und Sand wurden aufgestockt oder Kontingente in zentralen Lagern reserviert.

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Die Kommunen im Landkreis haben Konsequenzen aus den teilweise chaotischen Schneeverhältnissen in den vergangenen beiden Wintern gezogen. Lagerkapazitäten für Salz und Sand wurden aufgestockt oder Kontingente in zentralen Lagern reserviert. Aufgrund der hohen Ausgaben für die Winterdienste 2009 und 2010 sparen einige der Städte jedoch beim Räumen der Nebenstraßen.

Meißen plant mehr Geld für Streugut ein

Für den Winter rechnet Meißen mit maximalen Ausgaben von 34000 Euro für das Streugut. Der letzte Winter forderte knapp über 30000 Euro. Wie viel von dem Geld tatsächlich ausgegeben werden muss, hängt vom Wetter ab. Um Engpässen bei den Lieferanten zu entgehen, hat die Stadt eigenen Angaben zufolge im Hauptlager ein Kontingent nur für den Meißner Bedarf reserviert. „Damit kann unser Salz nicht ausgehen“, sagt Bauhofleiter Steffen Petrich.

Die Meißner sind damit allerdings nicht aus ihren Pflichten entlassen. Für das Grundstück und angrenzende Gehwege gelte Räum- und Streupflicht von 7 bis 21 Uhr werktags, sonn- und feiertags ab 8 Uhr morgens, heißt es aus dem Rathaus. Zur Unterstützung stünden für die Anwohner an 67 Stellen 102 Streukisten bereit, die regelmäßig aufgefüllt würden.

In Radebeul gibt es nur noch A- und B-Straßen im Räumplan

Das Geld sei knapp. Radebeul können nicht mehr über 300000 Euro wie im letzten Winter für das Straßenräumen einsetzen, so das Rathaus. Das Ergebnis: Die Stadträte haben eine Liste von A- und B-Straßen beschlossen, die geräumt werden. Alle anderen haben kaum Aussicht, den Salzstreuer zu sehen.

Dazu gehören beispielsweise die Obere Bergstraße und die Winzerstraße. Jürgen Hasse, von der gleichnamigen für Radebeul-West unter Vertrag stehenden Firma, sieht das skeptisch, will aber erstmal den Winter abwarten. Fakt ist, sagt Roger Mann von der für Radebeul-Ost zuständigen Firma Nehlsen, dass in jedem Fall die Busstrecken zuerst geräumt werden – Meißner Straße, Kötzschenbrodaer Straße, Waldstraße und Moritzburger Straße.

Gerüstet sind die Radebeuler diesmal wie lange nicht. Im Lager sind über 200 Tonnen frisches Salz. Das reicht für 20 straffe Einsatztage, sagt Jürgen Hasse. Außerdem liegen im Steinbruch im Lößnitzgrund etwa 300 Tonnen Salz-Sand-Gemisch. Etwa 30 Tonnen wurden bisher an heftigen Wintertagen gestreut.

In Coswig stehen die Handstreutrupps bereit

In Coswig stehen die Handstreutrupps des Stadtbauhofes in den Startlöchern. Sie rücken mit drei Multicars aus, um Gehwege im Stadtzentrum eisfrei zu halten. Für diesen Zweck hat die Stadt vier Tonnen Salz gebunkert. Darüber hinaus setzt man auf das Streugranulat Liapur. Das Grobe lässt die Stadt von dem Subunternehmer Neru erledigen. Der fahre mit drei Fahrzeugen die Hauptstraßen ab. Rund 120 Tonnen Salz habe Neru für Coswig auf Lager, sagt Steffen Wendler vom Coswiger Stadtbauhof.

Weinböhla ist noch auf Nachlieferungen angewiesen

Die Weinböhlaer leben im Winter ständig mit Nachlieferungen. In ihrem kleinen Lager an der Feuerwehr bekommen sie nur rund 60 Tonnen Salz in den handelsüblichen Big Packs unter. Das Lager ist jetzt gefüllt. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von sechs Tonnen pro Tag reicht der Vorrat aber nur für zehn Tage, wenn täglich nachgestreut werden muss. „Wir werden vorsorglich gleich noch etwas bestellen“, sagt Bernd Reichelt, der Leiter des Bauhofes. Mit sieben Leuten rücken die Weinböhlaer aus, um die Gehwege und kleineren Straßen frei zu halten. Die Kreisstraßen wie die Köhlerstraße und die Hauptstraße werden vom Straßenbauamt geräumt.

Moritzburg hat den Winterdienst neu organisiert

Wichtigste Neuerung ist, dass die bisherigen Zeitvorgaben, bis zu denen bestimmte Straßen geräumt werden mussten, entfallen. Jetzt wurden alle Straßen der Gemeinde in drei Kategorien eingeordnet. Die höchste Priorität hat dabei die Kategorie A. Das sind Ortsverbindungsstraßen, Straßen, an denen Kindereinrichtungen liegen und die für den ÖPNV wichtig sind. Erst wenn diese entscheidenden Trassen geräumt sind, kommen die Straßen der beiden anderen Kategorien dran. Zu den drei bereits verpflichteten Winterdienstunternehmen kommt ein viertes dazu. (SZ)