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Der Schnellste war auf der B178 unterwegs

Das Landratsamt fotografierte 2018 über 80.000 Schnellfahrer. Bei den stationären Blitzern liegt Ostritz kreisweit nicht mehr vorn.

Vorsicht Blitzer: Hier wird auf der Heilige-Grab-Straße in Görlitz die Geschwindigkeit gemessen.
Vorsicht Blitzer: Hier wird auf der Heilige-Grab-Straße in Görlitz die Geschwindigkeit gemessen. © Foto: Pawel Sosnowski

Da hatte es jemand auf der B 178 wohl besonders eilig. Hier wurde im vergangenen Jahr der „Blitzerrekord“ im Landkreis aufgestellt. Ein Auto fuhr mit 234 Stundenkilometern auf der Bundesstraße, statt der erlaubten 100. Nach dem es geblitzt hatte, folgte für den Fahrzeuglenker das böse Erwachen: eine Geldstrafe von 1.500 Euro sowie drei Monate Fahrverbot. Ein Fall aus der Blitzerstatistik des Landkreises für 2018.

Bei Geschwindigkeitsmessungen im Landkreis Görlitz wurden laut Landratsamt 2018 insgesamt 80.700 Verkehrsteilnehmer beziehungsweise ihre Fahrzeuge geblitzt. Im Vergleich zu 2017 ist das ein leichter Rückgang. Damals waren es noch 83.085 Fahrzeuge. Die Einnahmen für den Landkreis Görlitz aus den Geschwindigkeitsmessungen belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro, 2017 waren es noch 1,94 Millionen Euro. Daraus ergaben sich im Jahr 2018 insgesamt 52.441 Verwarngelder und 8.198 Bußgelder. Zum Vergleich 2017 gab es 54.359 Verwarnungen und 8.726 Fälle von Bußgeldern. Im gesamten Landkreis Görlitz befinden sich acht stationäre Messanlagen. „Alle davon sind in Betrieb“, teilt das Landratsamt mit. Am häufigsten blitzte es 2018 in Nieder Seifersdorf in der Fahrtrichtung Autobahn, nämlich 6.162-mal, gefolgt von Uhyst mit 5.216 und Kodersdorf mit 2.070. Der doch recht bekannte Blitzer an der B 6 in Markersdorf hatte vor allem in Fahrtrichtung Reichenbach zu tun. 2.046-mal knipste er zu schnelle Fahrzeuge. In Weißwasser gab es 1.796 Fälle.

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2017 stand der Blitzer in Ostritz noch unangefochten auf Platz eins. Fast 7.000-mal schlug die Messstation zu, allerdings nicht nur aus einer Richtung. Zunächst blitzte sie zwei Monate lang Fahrer aus Richtung Görlitz, dann drehte der Kreis den Spieß um und seither kontrolliert er Autos aus Richtung Zittau. Aber offensichtlich haben sich die Fahrzeuglenker inzwischen darauf eingestellt. Das Gerät taucht nicht mehr an der Spitze der Statistik auf.

„Der Landkreis Görlitz führt insbesondere an sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Altenheimen, Kindertageseinrichtungen und Schulen oder Unfallschwerpunkten die Geschwindigkeitskontrollen durch“, teilt das Landratsamt mit. Damit solle ein Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet werden. Und natürlich, dass Kraftfahrer besonders vor diesen Einrichtungen die zulässige Höchstgeschwindigkeit einhalten.

Im Ordnungsamt der Stadt Görlitz gibt es derzeit insgesamt 18 Planstellen. „Jedoch aus verschiedenen Gründen sind nicht immer alle Stellen besetzt“, so Stadtsprecherin Sylvia Otto. Im Durchschnitt sind mindestens 14 Personen im Schichtdienst im Außendienst, also nicht nur mit Blitzern, sondern auch als Knöllchenschreiber. Die Städte Zittau, Görlitz, Niesky und Weißwasser dürfen selbst blitzen. Allerdings sind Technik und Schulungen für die Mitarbeiter teuer und deshalb nimmt nicht jeder, der darf, diese Aufgabe auch wahr. Löbau blitzt auf seinem Territorium selbst. Niesky hat das bei der Stadt Görlitz in Auftrag gegeben.

Weißwasser und Zittau haben mit dem Landkreis einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Geld nehmen demzufolge die Städte Görlitz und Löbau selbst ein. Die anderen Einnahmen gehen an den Landkreis. Die Polizei darf generell überall Blitzgeräte aufstellen. Sie führt aber in der Regel nicht die Verfahren gegen ertappte Temposünder, sondern überlässt dies dem Landkreis Görlitz.

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Im gesamten Landkreis Görlitz befinden sich acht stationäre Messanlagen. Für die Stadt selbst gibt es nur vorläufige Zahlen.

Eine konkrete, offizielle Statistik, wo wie viel im vergangenen Jahr in der Stadt Görlitz geblitzt wurde, liegt derzeit noch nicht vor. Endgültig bestätigte Zahlen gibt es erst im zweiten Quartal des Jahres, so Rathaus-Sprecherin Sylvia Otto. Aber es gibt vorläufige Zahlen. Demnach gab es im vergangenen Jahr allein seitens der Stadt 14 180 Verfahren an Verkehrsordnungswidrigkeiten, die nicht mit Falschparken im Zusammenhang standen. Im Jahr 2017 entfielen 16.716 Fälle auf den sogenannten fließenden Verkehr, noch ein Jahr zuvor waren es 13.306. Insgesamt hat das Rathaus Görlitz mit Blitzen, Knöllchenschreiben und Ähnlichem Kasse gemacht: Genau 939 303,80 Euro kamen zusammen. Im Vergleich zu 2017 ist das allerdings ein leichter Rückgang. Damals war es noch über eine Million Euro, ebenso wie im Jahr 2016. 

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