merken
PLUS

Der Spieler aus Dohna

Udo Schmitz verdient sein Geld spielend. Am Sonntag betreut der Profi Dohnas sächsische „Mensch ärgere dich nicht“-Meisterschaft. Hier schon mal die Regeln.

© Archivfoto: Norbert Millauer

Von Heike Sabel

Dohna. Udo Schmitz ist ein Spieler. Und das lebt er. In der Wohnstube stehen zwei weiße „Mensch ärgere dich nicht“-Figuren als Lampen. Die kleinen Tische sind in Rot und Blau und passen als Puzzleteile zusammen. Auf dem Sofa liegt ein kleines hellblaues Plüschkissen. In Form einer Carcassonne-Spielfigur.

Anzeige
Sichere App für Nachverfolgung
Sichere App für Nachverfolgung

Die Regeln für die Besucher von öffentlichen Einrichtungen wurden verschärft. Die App "Pass4all" bietet für sie und die Anbieter eine ideale Lösung.

Dieses Spiel entwickelt er mit Erfinder Klaus-Jürgen Wrede immer weiter. Weil Schmitz gern spielt und weil er mit Spielen Geld verdient, indem er für mehrere Verlage arbeitet. Oft ist er unterwegs, um Spiele bekannt zu machen, Spielewochenenden zu organisieren, wie jetzt erst im Kloster Marienthal. Am kommenden Sonntag hat er es nicht weit und bekannt machen muss er „Mensch ärgere dich nicht“ auch nicht mehr. In Dohna wird am 31. Januar die zweite sächsische Meisterschaft in diesem Gesellschaftsspiel ausgetragen.

Bisher haben sich knapp 130 Spieler angemeldet, darunter auch die Meisterin aus Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist noch Platz“, sagt Schmitz. Bis Donnerstag können sich Spielfreudige noch anmelden. Bei 200 oder 250 würde es vielleicht für die Organisatoren schwierig, sagt Schmitz. Aber darüber denke man erst nach, wenn es soweit ist.

Gespielt in Dohna wird nach den Originalregeln. Die kennt mancher gar nicht mehr. Zum Beispiel, dass die erste Figur bei Spielbeginn schon rausgestellt wird. Es geht also gleich richtig los. Es gibt keine Pflicht zum Rausschmeißen, aber so lange man noch eine Figur draußen hat, muss die bei einer Sechs ins Spiel gebracht werden. Und im Ziel kann gesprungen werden.

90 Prozent Glück oder eben Pec

h

So, wenn das klar ist, kann es losgehen. Den Start übernimmt Botschafter Uwe Steimle. Er wird für Rot, Gelb, Grün und Schwarz je einmal würfeln. Damit ist der Start in der Schule an allen Brettern gleich. Hier wird gespielt, bis noch 16 Finalisten übrig bleiben. Die ziehen dann ins Kulturcafé , wo gegen 17 Uhr der Meister feststehen soll.

Udo Schmitz ist am Sonntag Beobachter. Er findet das spannend. Denn: Beim Spielen lernt man die Charaktere kennen. Er selbst bezeichnet sich zwar als guten Verlierer, weil er Spaß haben will, aber beweisen kann er das, zumindest am Sonntag nicht. Die Idee der Dohnaer, eine sächsische Meisterschaft im „Mensch ärgere dich nicht“ ins Leben zu rufen, begeisterte Schmitz. Dohnas Hauptamtsleiter Tilo Werner und er hätten sich bei einer Tourismus-Pressekonferenz in Dresden zufällig kennengelernt. „Wir könnten mal bissel spielen“, sagten sie sich. Es hatte auch ein anderes Spiel sein können. Aber „Mensch ärgere dich nicht“ bot sich an, weil es auch mit Laufen zu tun hat. Und Dohna wollte das Spielen mit dem Sportpokal, der sich aus Läufen zusammensetzt, verbinden. Nun werden die Ergebnisse des Spiels auch für den Pokal gewertet. Trotzdem soll der Spaß im Vordergrund stehen, wünscht sich Schmitz. Immerhin sei beim „Mensch ärgere dich nicht“ nur zehn Prozent Strategie, der Rest ist Glück. Oder eben Pech.