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Der Sprung ins kalte Wasser

Großenhains Naturerlebnisbad hat geöffnet. Klares Wasser und einige Zusatzregeln sollen den ungetrübten Badespaß sichern.

Kindertag und schönstes Wetter: Das Naturerlebnisbad in Großenhain hat am Pfingstmontag die Saison begonnen. Auch Finja (3) und ihr Bruder Jonas (9) waren dabei.
Kindertag und schönstes Wetter: Das Naturerlebnisbad in Großenhain hat am Pfingstmontag die Saison begonnen. Auch Finja (3) und ihr Bruder Jonas (9) waren dabei. © Anne Hübschmann

Großenhain. Schon kurz nach 10 Uhr stehen Björn und Ben aufgeregt vor dem Eingang des Großenhainer Naturerlebnisbades (NEB). Die beiden Steppkes haben wohl übersehen, dass Montag und damit Öffnung der Einrichtung erst 11 Uhr ist. Akribisch mustern sie die Markierungen im Eingangsbereich, lesen die aktuellen Regeln für die Badelustigen. Und staunen, als zehn Minuten vor dem Start ein Security-Man einen Desinfektionsständer am Eingang aufstellt.

Pünktlich zum Kindertag hat das die Badesaison gestartet, die zumindest vorerst ganz anders als sonst verläuft. Schwimmmeister Martin Lehmann hatte mit seinem Team in den letzten Tagen alle Hände voll zu tun, um die Anforderungen des vom Gesundheitsamt bestätigten Hygienekonzeptes umzusetzen. „Ein bisschen aufgeregt“ sei er schon, sagt Martin Lehmann. „Aber ich denke, wir sind sehr gut vorbereitet“, ergänzt er, während Kollegin Annett Fischer noch dabei ist, die Desinfektionsflaschen ihren Bestimmungsorten zuzuordnen. Alles muss seine Ordnung haben.

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Zwei Dutzend Badelustige

Rund zwei Dutzend Badelustige sind pünktlich zur Badöffnung gekommen. Bei bestem Wetter, jeweils 18 Grad Luft- und Wassertemperatur. Auch die Großenhainer Stammbader um Uwe Hanneck lassen sich den von ihnen langersehnten Moment nicht entgehen, um ihre Bahnen zu ziehen. Wobei Bahnen aus Sicherheits- und Abstandsgründen vorerst eher Runden sind. „Bitte rechts schwimmen“, gebietet die deutlich angebrachte Hinweistafel.

Björn und Ben haben derweil die Wasserrutsche in Beschlag genommen. Vorerst sind sie dort allein, sodass die Einhaltung des Mindestabstandes von anderthalb Metern kein Thema ist. Doch gut möglich, dass an heißen Tagen mit großem Andrang das Schwimmmeisterteam an dieser Stelle präsent sein muss, um die Rutschwilligen zu zügeln. „Wir müssen sehen, wie das alles läuft“, gibt sich Martin Lehmann gleichermaßen gelassen wie optimistisch.

Maximal 515 Besucher

Ganz in Familie sind Schusters aus Großenhain ins NEB gekommen. „Es ist so schön ruhig“, sagt Mutter Daniela, während die Sprösslinge Jonas und Finja das kühle Nass im Nichtschwimmerbereich für sich erobern. „Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es richtig warm hier drin“, ruft der neunjährige Jonas seinen Eltern fast überschwänglich zu. Seine dreijährige Schwester Finja indes zieht es etwas früher an Land und in die Arme von Vater Denny. „Mir ist ein bisschen kalt“, seufzt sie. Daniela gewinnt der Situation das Positive ab. „Bei 18 Grad Wassertemperatur ist das Bad noch nicht so überfüllt. Da gefällt es uns ohnehin am besten“, sagt sie und lächelt.

Hochsommerliche Temperaturen und damit Riesenansturm aufs NEB - das ist freilich ein Thema, mit dem sich die Stadtverwaltung und das Schwimmmeisterteam sehr wohl beschäftigen. Denn die maximale Besucherzahl ist wegen der Corona-Bestimmungen auf 515 begrenzt. Sobald am Kassenhäuschen mehr Badewillige vorsprechen, müssen sie warten, bis jemand das Bad verlässt. Auch weitere Einschränkungen sind zu akzeptieren. So bleibt der Sprungfelsen für die Nutzung gesperrt, können die Umkleidekabinen im Hauptgebäude nicht genutzt werden. Immerhin sind fürs Umziehen vier provisorische Außengarderoben aufgestellt worden. Imbiss und Sportanlagen sind bestens präpariert, wobei für letztere Sport- und Spielgeräte selbst mitgebracht werden müssen.

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Alles klar also für eine Badesaison, die eine ganz besondere zu werden scheint. Doch mehrheitlich gibt es Zustimmung, dass der Betreiber das „Risiko“ eingeht, um ein kleines Stück Normalität herzustellen.

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