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Der Stichtag allein ändert nur wenig

über den Anspruch auf einen Krippenplatz

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Matthias Weigel

Ab heute gibt es einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf einen Krippenplatz. Für Kinder ab einem Jahr muss die Kommune dann eine Betreuung gewährleisten.  Mütter und Väter können so trotz Nachwuchs wieder berufstätig sein, wenn sie wollen – und der Staat hält ihnen den Rücken für die Kinderbetreuung frei. Schließlich profitiert er ja auch – von den Kindern und den steuerzahlenden Eltern.

Allerdings, und das wurde rauf und runter diskutiert, hat das Gesetz so seine Tücken in der Ausgestaltung. Vor allem größere Städte und Gemeinden stellt das ob der Vielzahl der potenziellen Krippenkinder vor große Probleme. Der Bund rechnete seinerzeit mit 30 Prozent Anmeldequote. Dass es in Freital seit 2009 bereits 50 und aktuell schon 75 Prozent sind, spricht Bände. Da können Fördermittel für den Bau neuer Kitas nur bedingt helfen. Bei der Suche nach Erziehern schon gar nicht. Und auch nicht bei der drohenden Klagewelle der Eltern, deren Kinder keinen Platz bekommen.

Der Stichtag wird nicht gleich überall alles ändern. Aber ein Rahmen ist wenigstens da, den die Kommunen nun schnellstens und konsequent ausfüllen müssen.