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Der Tote von Sebnitz ist identifiziert

Bei der Leiche aus dem Sumpf an der Blumenstraße handelt es sich um den Vermissten Frank Eska. Wie er dorthin kam, ist unklar.

Von Thomas Möckel

Reichlich zwei Monate war er verschwunden, eingesunken an abgelegener Stelle, erst Ende November gab der Morast seinen Körper wieder frei. Am Sonnabend vor zwei Wochen hatten wohl spielende Kinder im Sumpfgebiet an der Blumenstraße unweit der Bahnbrücke einen grausigen Fund gemacht. Im Schlamm neben einem alten Schuppen lag eine Leiche. Zwar verdichtete sich schnell der Verdacht, wer der Tote sein könnte, Genaues wussten die Ermittler zunächst aber nicht.

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Jetzt, knapp 14 Tage später, haben sie traurige Gewissheit: Bei dem Toten handelt es sich um den Vermissten Frank Eska aus Sebnitz, der seit Anfang September spurlos verschwunden war. „Die Gerichtsmedizin hat den 64-Jährigen eindeutig identifiziert“, sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

Frank Eska starb offensichtlich keines gewaltsamen Todes. Den Ermittlern ist dieser Fakt sehr wichtig, nehmen sie auf diese Weise den derzeit aufbrausenden Gerüchten wieder Wind aus den Segeln. Momentan zieht die Geschichte große Kreise, eine angebliche tschechische Organmafia sei wieder aktiv. Man hätte ihre Opfer jenseits der Grenze gefunden, erschossen, ausgeweidet. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde, sie wird weiter erzählt und erhält wegen des immer noch Vermissten Jens Franke aus Pirna und dem Mordfall im Gimmlitztal ständig neue Nahrung. Wer das Gerücht in die Welt setzte, lässt sich nicht ermitteln, die Polizei hat jetzt heftig damit zu tun, es zu dementieren. Laut der Polizeidirektion Dresden gebe es keinen einzigen Anhaltspunkt, dass hier eine Organmafia operiere. Und auch der Fall Frank Eska vermag keinen Gegenbeweis anzutreten. „Hinweise auf eine Straftat liegen bei ihm nicht vor“, sagt Jana Ulbricht. Vielmehr ist sein Tod wohl das Ende einer traurigen Geschichte. Es gibt nicht viel, was über dem Vermissten bekannt ist. Laut der Ermittler gibt es keine Familie, keine Angehörigen, generell waren die sozialen Kontakte eher spärlich. So lässt sich auch erklären, dass Eskas Verschwinden so lange unbemerkt blieb und sich keiner nach ihm erkundigte.

Schon am 11. September wurde er das letzte Mal gesehen wurden. Er war nachmittags aus dem Sebnitzer Krankenhaus entlassen worden, dann verliert sich jede Spur. Erst neun Tage später fällt auf, dass er fehlt, die Polizei sucht den Vermissten öffentlich seit dem 20. September. Fahnder suchen zunächst die ihnen letzte bekannte Route des Mannes ab, sie führt vermutlich vom Krankenhaus vorbei am Netto-Markt an der Dr.-Steudner-Straße in Richtung seiner Wohnung. Auch suchen Beamte sicherheitshalber Bereiche entlang der Bahnlinie Sebnitz-Neustadt ab, aber alles bleibt erfolglos. Erst am 23. November taucht seine Leiche auf. Der verweste Zustand deutet darauf hin, dass der Vermisste schon lange im Morast unterhalb der Bahnbrücke an der Blumenstraße gelegen haben musste. Wegen des steilen Hanges und des unwegsamen Geländes erwies es sich als schwierig, den Toten zu bergen.

Ein Rätsel bleibt auch, wie Frank Eska an diesem Ort kam. Gerüchten zufolge soll er in dem Schuppen, neben dem er starb, gelegentlich gehaust haben. Bestätigen kann das allerdings niemand. Die Ermittler hatten bei ihrer Suche nach dem Vermissten auch eine Spur nach Tschechien verfolgt. Eine mögliche Route von der Klinik ins Nachbarland würde zumindest zum Fundort der Leiche passen.