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Der Traum vom Hattrick

Südtirol, Chemnitz, Diamond-League-Start in Doha, Nachtflug nach Berlin, Werfertag in Halle: Für Punkte, Dollars und seine treuen Fans nimmt Kugelstoß-Weltmeister David Storl echten Reisestress in Kauf.

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Südtirol, Chemnitz, Diamond-League-Start in Doha, Nachtflug nach Berlin, Werfertag in Halle: Für Punkte, Dollars und seine treuen Fans nimmt Kugelstoß-Weltmeister David Storl echten Reisestress in Kauf. Das Flugzeug darf der 24-Jährige auf seiner Dienstreise aber nicht verpassen. Heute, 16.40 Uhr, steigt der Sachse beim ersten Meeting der Diamanten-Liga in den Ring, gut 21 Stunden später will er zum Heimspiel schon wieder antreten. „Deutlich über 21 Meter“ soll die Kugel in der Wüste fliegen. Der ab dieser Saison für den SC DHfK Leipzig startende Chemnitzer ist optimistisch, denn das 14-tägige Trainingscamp in Latsch/Südtirol „lief richtig gut“.

Die Reisestrapazen seien „kein Problem: Mein Flieger landet am Sonnabend um 7 Uhr in Berlin. Das schaffe ich bis Halle – und kann endlich mal gegen Thomas Schmitt antreten.“ Der zwei Jahre ältere Physikstudent aus Köln hatte die Kugel im März de facto aus dem Nichts auf die Weltklasseweite von 21,35 Meter gewuchtet.

Storl hat aus deutscher Sicht die besten Aussichten auf den Gesamtsieg in der mit acht Millionen US-Dollar – knapp 7,2 Millionen Euro – Preisgeld dotierten Diamond League. Doch trotz der lukrativen Prämie genießt für ihn der WM-Hattrick die Priorität. „Natürlich will ich in China meinen Titel verteidigen“, sagte Storl, der seit dem Winter mit seiner Freundin Carolin Leonhardt, Kanu-Olympiasiegerin von 2004, in Leipzig wohnt. Im „Vogelnest“ von Peking könnte er Ende August Geschichte schreiben: Nur der Schweizer Werner Günthör von 1987 bis 1993 holte bisher mit der Kugel dreimal in Serie WM-Gold.

Die 14 Meetings der Diamond League werden nach zwei Jahren wieder im deutschen Fernsehen live übertragen, aber nur beim Bezahlsender Eurosport 2. (dpa, sid)