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Der Überraschungskandidat

Luís Figo will den an seinem Sessel klebenden Fifa-Präsidenten Joseph Blatter ablösen.

© Reuters

Von Arne Richter

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Wahlen um den Chefposten beim Fußball-Weltverband Fifa erinnerten bisher immer ein bisschen an die DDR: Es gab keine Gegenkandidaten. Joseph Blatter wurde stets ohne erkennbaren Widerstand durchgewunken.

Das ist bei der Abstimmung am 29. Mai in Zürich nun anders. Bis gestern Abend, die Bewerbungsfrist endete um Mitternacht, meldeten sich gleich fünf Gegenkandidaten an, Amtsinhaber Blatter tritt trotz seiner 78 Jahre nochmals an. In diesem Alter regieren sonst nur noch Könige und Päpste – in dieser Liga wähnt sich der Schweizer, der trotz unzähliger Korruptions- und Manipulationsvorwürfe nicht entmachtet wurde. Oder gerade deshalb.

Der prominenteste Herausforderer hat in der Fußballwelt einen klangvollen Namen: Luís Figo. Der 42-jährige Portugiese gehörte zu den brilliantesten Mittelfeldstrategen seiner Zeit, spielte für die Top-Vereine Real Madrid, FC Barcelona und Inter Mailand, wurde 2001 als Weltfußballer geehrt. Sein letztes von 127 Länderspielen bestritt er bei der WM 2006 im Spiel um Platz drei gegen Deutschland. 2009 beendete er seine Karriere.

„Wenn man nach der Fifa im Internet sucht, ist das erste Wort, das erscheint: Skandal – kein positives Wort. Das ist es, was wir als erstes ändern müssen, um das Image der Fifa zu verbessern. Der Fußball verdient Besseres“, begründete Figo seine Entscheidung. „Ich war darüber informiert, dass Figo kandidieren möchte. Es ist ein großer Name des Weltfußballs, der die Wahl noch spannender machen kann“, sagte Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB). Eine Wahlaussage des größten Verbandes ist daraus aber nicht abzuleiten. Noch hat sich der DFB nicht festgelegt, an wen seine Stimme gehen soll. Derzeit gilt der Holländer Michael van Praag als deutscher Favorit. Daneben kandidieren noch der Jordanier Ali Bin al-Hussein sowie die beiden Franzosen Jérôme Champagne und David Ginola.

Als starker europäischer Kandidat hätte Figo durch seinen Namen noch am ehesten Chancen, Blatters sicher geglaubte Stimmen aus Afrika, Asien und Ozeanien zu entreißen. Der Herausforderer gibt sich kämpferisch: Es gebe viele Beispiele im Fußball, bei denen es anders kam als gedacht, sagte er. (dpa/mit SZ/dk)

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