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Der Verbund der Napoleonstädte: Das Beispiel Jena

Seit drei Jahren ist die Stadt an der Saale Mitglied in der europäischen Vereinigung. Nun gibt es dazu erstmals eine Sommeruniversität.

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Wie in Bautzen war auch in Jena der 200. Jahrestag einer Schlacht der Anlass, sich mit dem Thema „Europäischer Städteverbund“ zu beschäftigen. „Wir sind 2006 beigetreten, für uns stand vor allem der Gedanke der deutsch-französischen Freundschaft im Vordergrund“, sagt Matthias Bettenhäuser von der Jenaer Stadtverwaltung.

In Vorbereitung des Jubiläums flog der Oberbürgermeister nach Korsika – Prinz Charles Napoleon hatte das initiiert, derselbe, der im Mai Bautzen besucht. „Für uns war die Frage, in welchem Rahmen wir der Schlacht gedenken sollen“, sagt Bettenhäuser. Eine Nachstellung des Schlachtengetümmels durch historische Vereine übertraf alle Besucherzahl-Erwartungen, für den Ansturm mussten zusätzliche Tribünen aufgebaut werden. „Das Ereignis hat unser Tourismus-Ergebnis 2006 deutlich beflügelt.“

Geblieben sind ausgeschilderte „Napoleon-Wege“ übers Schlachtfeld, wo sich Besucher an Tafeln informieren können. Auch ein Rundgang mit Kopfhörer wird angeboten. Seit letztem Jahr gibt es eine „Napoleon-Card“, die günstigeren Eintritt in Gedenkstätten in ganz Europa gewährt. 2009 findet erstmals eine Sommeruniversität zum Thema „Napoleon und die europäische Einigung“ in Jena statt. Wie sich der Städteverbund auf die Tourismuszahlen ausgewirkt hat, ist nicht exakt erfasst. „Aber die Vernetzung und gegenseitige Bewerbung ist auf jeden Fall von Vorteil.“

www.napoleoncities.eu