merken
PLUS Zittau

Der VfB Zittau feiert das Fußball-Double

Im Kreispokalfinale vor rund hundert „Zaungästen“ wird Gastgeber Aufbau Kodersdorf nach der Pause ein starker Gegner.

Die Zittauer feierten nach einer Saison ohne Niederlage ausgelassen.
Die Zittauer feierten nach einer Saison ohne Niederlage ausgelassen. © Hans-Ernst Friedrich

Die vorbereiteten Shirts mit dem Schriftzug „So sehen Doublesieger aus“ konnten ausgepackt werden. Der klare Favorit VfB Zittau musste in der zweiten Halbzeit zwar einige Zittermomente überstehen, setzte sich am Ende aber verdient mit 4:1 beim Kreisliga-Staffelsieger Aufbau Kodersdorf durch.

Die Kodersdorfer trauerten vor allem einer ersten Halbzeit nach, in der sie unter ihren Möglichkeiten blieben und das Spiel angesichts eines 0:3 Rückstandes praktisch schon entschieden war. Die Nervosität war wohl zu groß. Das zeigte sich schon mit der ersten Aktion, als ein misslungener Rückpass der Kodersdorfer gerade noch auf kosten eines Eckballs gerettet werden konnte. Vielleicht hätte die Partie einen anderen Verlauf genommen, wenn Bodo Schaal eine Unsicherheit des Zittauer Ersatztorwarts Stephan Jakab (der Stammtorwart verletzte sich beim Aufwärmen) hätte nutzen können, aber ihm sprang der Ball vom Fuß (4.).

Anzeige
Ausbildungsplätze vorgestellt!
Ausbildungsplätze vorgestellt!

Jetzt schnell noch einen Ausbildungsplatz sichern! Diese Top Unternehmen der Region bieten noch freie Ausbildungsplätze für das Jahr 2020.

So nahm das Spiel den von den Gastgebern befürchteten Verlauf. Der in der kompletten Saison ungeschlagene Kreismeister aus Zittau übernahm das Kommando, kombinierte über die Außen und nutzte zudem Kodersdorfer Fehler gnadenlos aus. Als die Gastgeber den Ball beim Spielaufbau verloren, steckte Moritz Keller auf den startenden Nils Haubrich durch, der sicher zum 0:1 in die lange Ecke verwandelte (9.). Besonders mit der linken Angriffsseite der Zittauer hatte Kodersdorf große Probleme. Nach einer Flanke von links war Moritz Keller völlig allein. Bei seinem Abschluss hatten die Kodersdorfer allerdings Pech. Torwart Mario Pahl parierte großartig aber genau an den Körper eines Mitspielers, von wo der Ball zum 0:2 ins Tor sprang (22.). Beim 0:3 spielte sich der Zittauer Robert Vollrath auf der linken Seite durch, Nils Haubrich musste vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten (39.). Bei weiteren Chancen der Gäste verhinderte der starke Kodersdorfer Mario Pahl einen noch höheren Rückstand. Niemand rechnete zur Halbzeitpause damit, dass es noch einmal eng werden könnte.

Wurde es aber, weil die Zittauer einen Gang zurückschalteten und die Kodersdorfer jetzt, als nichts mehr zu verlieren war, ihre Nervosität ablegten und kämpferisch alles in die Waagschale warfen. Große Chancen konnten sie aber zunächst nicht herausspielen, bis Bodo Schaal sah, dass der relativ kleine Zittauer Torwart etwas weit vor seinem Tor stand und den Ball aus rund 40 Metern über ihn hinweg ins Tor schoss (60.). Und plötzlich glaubten die Kodersdorfer wieder an eine Chance, während es den Zittauern schwerfiel, den Schalter wieder umzulegen. Die Kodersdorfer hatten einige Chancen auf den zweiten Treffer: ein Fallrückzieher, ein Thomas-Kliemt-Schuss knapp vorbei, ein Flanke von Gian-Luca-Seifert, die alle verpassten und am langen Pfosten vorbei trudelte, ein Schaal-Kopfball. Aber das zweite Tor wollte nicht fallen, und die Zeit lief davon. Die Entscheidung fiel schließlich durch einen umstrittenen Elfmeter, den der insgesamt solide leitende Schiedsrichter Marcel Gundel nach einem vermeintlichen Foul an Enrico Neumann, der etwas theatralisch fiel, verhängte. Mirko Albert ließ sich die Chance nicht entgehen (85.). Dass der Sieg der Zittauer insgesamt verdient war, daran zweifelte am Ende aber niemand.

Stimmen zum Spiel

Ben-Uwe Pahl (Trainer Aufbau Kodersdorf): Es war auf jeden Fall mehr drin. Wir haben drei unglückliche Tore bekommen. Zittau war natürlich stärker, aber unsere Jungs haben sich sehr gut verkauft. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gebracht. Zur Halbzeit habe ich ihnen gesagt, dass sie etwas enger dran sein sollen, und dass es wieder bei 0:0 losgeht. Wenn das 2:3 fällt, wird es eine heiße Schlussphase. Aber jetzt heißt unsere Herausforderung Kreisoberliga.

Ladislaw Sorm (Trainer VfB Zittau): Das waren zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Halbzeit waren wir effektiv besser, obwohl wir da zwei, drei Situationen noch schlecht gelöst haben. In der zweiten Halbzeit haben die Gegner mit etwas mehr Risiko nach vorn gespielt. Wir haben dem Gegner viel geholfen, auch mit dem einfachen Tor fast von der Mittellinie. Bedenken, dass das Spiel noch einmal kippen könnte, hatte ich aber nicht. Dazu hätte den Kodersdorfern auch die Kondition gefehlt. Jetzt fahren wir nach Zittau und werden da feiern.

Jürgen Heinrich (Präsident des FVO): Es lag mir am Herzen, dass wir das Finale sportlich ausspielen konnten. Die Zittauer haben sich den Doublesieg verdient. Den Kodersdorfern will ich ein großes Kompliment machen. Wenn sie die erste Halbzeit nicht etwas verschlafen hätten, hätten sie mit Kampf und Willen noch mehr reißen können. Wenn auch nicht das spielerisch hochklassige Niveau war. Und auch die Zuschauer außerhalb des Zaunes werden wohl zufrieden nach Hause gefahren sein. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir als Kreisverband nach der Corona-Pause vorangegangen sind und den Pokalsieger schon jetzt ermittelt haben.

Weitere Nachrichten aus Löbau und Umgebung lesen Sie hier.

Weitere Nachrichten aus Zittau und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau