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Der Vier-Sterne-Koch ist tot

Klaus Schuller starb jetzt 67-jährig. Die Görlitzer Gastro-Welt hat ihmviel zu verdanken.

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Von Sebastian Beutlerund Jenny Ebert

Er hat die gehobene Küche nach Görlitz gebracht. Als Klaus Schuller im Herbst 1998 als Küchenchef ans Görlitzer Hotel „Tuchmacher“ kam, da eröffnete sich den Gästen des Romantik-Hotels, aber auch den Einheimischen eine neue Welt. Nur kurz gestaltete sie der in Wien geborene und in Düsseldorf aufgewachsene Schuller mit. Bereits im Sommer 2000 verließ er das „Tuchmacher“. Damals hielten sich alle Seiten über die Gründe bedeckt. Doch war die plötzliche Trennung Grund genug für Gerüchte.

Schnell sprach sich herum, dass Schuller mit einer schweren Krankheit geschlagen war, die viele heute noch gar nicht als solche ansehen, sondern als persönliches Versagen werten: die Alkoholkrankheit.

Drei Jahre später heuerte Schuller im neuen Lokal von Axel Krüger, im „Lucie Schulte“, an. Noch einmal war er der ungekrönte Herrscher über die Töpfe und Tiegel. Ein „exzellenter Koch“ nennt Krüger ihn noch heute, und darüber hinaus „einen Showmann, einen Lebemann: Er hatte ein Herz so groß wie drei Fußballfelder – was ihn andererseits zu keinem guten Kaufmann machte. Er war ein beeindruckender Geist in diesem Haus.“

Später empfahl er noch eine Zeitlang wöchentlich in einem Görlitzer Anzeigenblatt Speisen und Gerichte. Doch konnte er damit an seine Präsenz in der Stadt von vor zehn Jahren nicht mehr anknüpfen. Schuller starb, wie jetzt bekannt wurde, 67-jährig.