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Der Vorhang fällt ohne Beifall

Der Berliner Schauspieler Ingo Hülsmann gibt sein Projekt eines Luxus-Hotels im Schloss auf.

Von Dieter Hanke

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Das Stück ist aus im Schloss Rothschönberg. Doch für den Berliner Schauspieler Ingo Hülsmann gibt es keinen Beifall. Seine Inszenierung kam nicht an. Die Enttäuschung in der Gemeinde Klipphausen ist groß. Der Theater- und Filmschauspieler gibt sein Projekt in dieser historischen Vierseitanlage aus dem 15. Jahrhundert auf. Er wollte dort ein Fünf-Sterne-Luxus-Hotel errichten. Das Schloss, das eines der ältesten sächsischen Adelssitze war, sollte auch ein Treff internationaler und deutscher Künstler werden. Mehrere Millionen Euro wollte der 50-Jährige investieren.

Auf einer Gemeinderatssitzung im Herbst 2014 hatte Hülsmann sein Projekt vorgestellt. Da war von 13 Doppelzimmern und Ferienwohnungen die Rede, von einem Restaurant mit Tagescaf é, Abendbar, Schwimmhalle in den Schlossgewölben, Spa-Bereich und auch einem Naturbadeteich und Kräutergarten im Schlosspark.

Doch nun ist alles aus. Das Ehepaar Ingo und Tania Hülsmann teilte in Briefen an die Gemeinde und an die Wirtschaftsförderung Region Meißen ihre Absage mit. Es wäre nach einer Ortsbesichtigung mit dem Denkmalamt Meißen zu dem Ergebnis gekommen, „dass eine Umsetzung des ursprünglichen Konzeptes nicht möglich sein wird“. Es gebe auch „keine Lösung für die fehlende kaufmännische Planbarkeit durch die Unsicherheit eines möglichen Baustopps durch den Denkmalschutz“.

Offenbar schreckten Hülsmanns im Nachhinein der Aufwand und auch die ungewissen Bauzustände im Schloss für ihr Hotelvorhaben ab. Der Denkmalschutz hatte den Interessenten empfohlen, wie die SZ informierte wurde, alle Räume des Schlosses mit einem Bausachverständigen oder Architekten zu besichtigen, um einen Überblick über Raumstrukturen zu bekommen. Auf dieser Grundlage sollte dann erst ein Ideenkonzept entwickelt werden.

Hülsmanns Absage bedauert Bürgermeister Gerold Mann: „Das Projekt hätte sicher die Gemeinde im In- und Ausland bekannter gemacht.“ Klipphausen wäre auch froh darüber gewesen, wenn das kulturhistorisch wertvolle Schloss restauriert worden wäre. Gemeinderat Uwe Krause ist enttäuscht, dass für das Schloss eine Chance verpasst wurde. „Die Nutzung wäre für den Tourismus in den linkselbischen Tälern von Vorteil gewesen“, sagt er. Er stelle sich die Frage, ob nicht zu hohe Hürden im Denkmalschutz Investoren vergraulen.

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