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Der Vorleser in der Kapelle

Beim Kultursonntag im Kloster wechseln Musik, Lesungen und Hörspiel ab. Dabei tauchen die Zuhörer in eine fiktive Welt ein.

Michael Reinke hat während des Kultursonntags im Kloster Buch aus „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers gelesen.
Michael Reinke hat während des Kultursonntags im Kloster Buch aus „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers gelesen. © Claudia Erbert

Klosterbuch/Hartha. Eigentlich ist ein Großteil der Darbietungen im Hof des Klosters Buch auf der großen Bühne geplant, nur die Ausstellungen von Steffen Gröbner und Christbert Steude sollen im Kapitel- und Abthaus zu sehen sein. Beide Maler beantworten in Interviews Fragen zu ihren Werken.

Doch da es lang anhaltend und stark regnet, werden die Darbietungen kurzerhand nach drin verlegt. Auch Michael Reinke wird nass und muss ohne Schirm schnell nach drinnen. Er ist zum ersten Mal im Kloster und wurde von Mitorganisator Roland Taffel für die Veranstaltung geworben: „Ich bin seit vergangenem Jahr als Seiteneinsteiger an der Oberschule in Hartha und habe den Bereich GTA, die Ganztagsangebote, von ihm übernommen“, erklärt der 35-jährige.

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Neuer Input für Harthaer Schule

„Ich spiele kein Instrument und kann musikalisch nichts beitragen, aber ich lese sehr gerne vor, in der Schule, in der Bibliothek und jetzt zum ersten Mal hier.“ Er hat Germanistik und Philosophie studiert und unterrichtet Deutsch und Ethik. Roland Taffel lobt ihn vor anwesenden Eltern: „Er bringt ganz neuen Input an die Schule“.

Da die meisten Besucher beim Konzert im Kuhstall sitzen, ist die Zahl der Zuhörer in der Kapelle überschaubar. Im Gegensatz zu Winfried Niebes, der im Anschluss dran ist, liest Michael Reinke keine eigenen Texte, sondern hat sich Walter Moers, den Erfinder von Käptn Blaubär, ausgesucht. Moers hat inzwischen sieben Romane über die fiktive Welt Zamonien geschrieben, auf die zwei weitere Bücher zum Thema folgten.

Faszinierend, verwirrende Fantasie

Aus dem Vorletzten, „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“, liest Reinke vor. Es dauert einige Minuten, bis sowohl er, als auch die Zuhörer sich an Moers´ eigenen Stil gewöhnt haben. Vor allem die ständig wiederkehrenden teilweise seitenlangen Auflistungen von Namen, Speisen, Liedern und Ähnlichem sind schwer zu lesen, aber faszinierend. 

„Fantasy ist eigentlich nicht so meins, aber seine Art zu schreiben und seine endlose Fantasie begeistern mich.“ Die Gäste sind ebenso überwältigt wie verwirrt und fast jeder bekundet am Ende, dass er Walter Moers selbst einmal lesen will. So war die Veranstaltung für den Lehrer ein Erfolg und die Überlegung, zukünftig einmal eigene Texte zu lesen, steht im Raum. 

Nächste Veranstaltungen im Kloster Buch: 6. September, 14 Uhr, Ausstellungseröffnung: Aquarellmalereien von Claudia Werner aus Lunzenau im Kapitelsaal, 15 Uhr Klosterführung

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