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Der Vorwurf kann den Job kosten

Nach Ärger mit der Ex-Freundin soll ein Leisniger in Hartha mit seinem Mercedes einen Pkw ausgebremst haben. Nun wurde die Nötigung in Döbeln verhandelt.

Symbolfoto.
Symbolfoto. © Peter Steffen/dpa

Döbeln/Hartha. Die Anklage hat es in sich für den 37-Jährigen: Der Berufskraftfahrer soll einen Pkw, in dem seine Ex-Freundin saß, überholt und ausgebremst haben. Entsprechend sei er laut Strafbefehl ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Außerdem wird dem Leisniger Nötigung vorgeworfen. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Selbst erschien der Trucker nicht vor Gericht, sondern sein Anwalt. Der Angeklagte machte zum Vorwurf keine Angaben. So sollten die Aussagen zweier Zeuginnen in der zweiten Verhandlungsrunde neue Erkenntnisse bringen.

Die Ex-Freundin des Beschuldigten hatte mit einer Freundin eine Bekannte in Hausdorf besucht. Dort hätten sie bereits den Mercedes des Angeklagten gesehen. Die 30-Jährige scherzte, dass er wohl auf sie warten würde. Auf der Fahrt nach Hartha hätte sie sich per Handy mit ihm gezofft. 

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Die beiden Frauen nahmen den Mercedes hinter sich wahr und wollten sehen, ob es wirklich der Beschuldigte ist. Deshalb drehten sie eine Extra-Runde durch den zweiten Kreisel am Harthaer Kreuz. Plötzlich wäre der Mercedes vor ihnen gewesen und hätte gebremst. Der nachfolgende Skoda hätte deshalb anhalten müssen. 

Der ausgestiegene Angeklagte hätte die Fahrerin „angemacht“. Danach forderte er seine Ex-Freundin auf, bei ihm einzusteigen, was sie auch tat. „Er wollte reden, es gab Klärungsbedarf“, sagte diese. Allerdings seien Details weg, da sie zuvor in Hausdorf Alkohol getrunken hätte. Ihre Freundin hätte geschrien und gebremst. 

„Weil ich geschrien habe, als ich die Rücklichter vor uns sah. Ich bin eine verdammt schlechte Beifahrerin, nachdem ich selbst einen Auffahrunfall hatte“, sagte die 30-Jährige. Auf die Frage von Richterin Nancy Weiß sagte sie, ihre Freundin neige zum Übertreiben. Der Abstand hätte zehn bis 15 Meter betragen.

Die 34-jährige Fahrerin des Pkw Skoda erzählte, dass der Beschuldigte plötzlich vor ihnen fuhr und sie voll „in die Eisen gestiegen ist“, als ihre Freundin plötzlich brüllte. Vorher sei der Angeklagte noch hinter ihr gefahren und hätte sie normal überholt. Die Frage, ob der Angeklagte sie geschnitten hätte, verneinte die Zeugin. 

„Ihr Bremsen hatte mit dem Erschrecken zu tun?“, fragte Richterin Nancy Weiß nach. Das wäre so gewesen. Außerdem hätte der Abstand zwischen beiden Fahrzeugen „vielleicht 100 Meter“ betragen. „Also zwei Fahrzeuglängen“, wie die 34-Jährige präzisierte. Die gestellte Strafanzeige hatte sie schon am 7. Januar zurückgenommen.

Letztendlich wurde der Vorwurf aus öffentlichen Interesse dennoch verhandelt. Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf der Nötigung allerdings ebenso nicht gegeben wie Richterin Nancy Weiß. „Deshalb wird der Angeklagte freigesprochen. Die Nötigung ist nicht nachweisbar“, so die Vorsitzende.

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