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Der Wärmehamster hat sich durchgebissen

Seit fünf Jahren arbeitet Rolf Förster in Radeberg an modernen Heiz-Systemen. Dabei wäre das um ein Haar schiefgegangen.

Von Jens Fritzsche

Um ein Haar wäre schon nach knapp einem Jahr alles wieder vorbei gewesen. Denn kurz, nachdem sich Rolf Förster mit seiner Firma Energiedepot an der Radeberger Heidestraße in die Selbstständigkeit gewagt hatte, änderte die Bundesregierung ihren Unterstützungskurs in Sachen Solarenergie. Die Förderung wurde drastisch zurückgefahren – und das Thema Sonnenenergie war auch für Rolf Försters Projekt ein gewichtiges. Denn zu seinem Konzept gehört es, Wärme auch durch Sonnenenergie „einzufangen“. Wenn auch nur als Teil einer Gesamtidee. Denn die Sonnenenergie sorgt im Konzept Rolf Försters im Verbund mit Wärmepumpen und Holzpelletheizungen für umweltfreundliche und preiswerte Wärme in Wohnhäusern und Firmengebäuden. Zudem können die Nutzer ihre Häuser so gleichzeitig auch mit warmem Wasser versorgen.

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Nun also drohte ein wichtiger Baustein wegzubrechen. „Eine sehr schwierige Zeit, denn als kleines Unternehmen, noch dazu als neu gestartetes, steckt man so etwas nicht so leicht weg“, denkt Rolf Förster zurück. „Wir spielen da ja auch im Konzert der Branchenriesen mit, da ist es für uns Kleine ja sowieso schwer.“ Aber Rolf Förster und sein Team wollten nicht gleich wieder aufgeben, und sahen das Ganze gar als Chance. Zum Konzept gehört es nun auch, Abwärme zu Nutzwärme zu wandeln. „Damit konnten wir ganz neue Wege gehen.“ Wie auch mit „Team-Arbeit“, sagt er. Denn das Radeberger Energiedepot arbeitet bei seinen Projekten mittlerweile auch mit weiteren kleinen Firmen zusammen, „je nachdem, was gebraucht wird – solche Netzwerke sind sehr flexibel“, freut er sich.

Und so konnte der Lomnitzer mit seiner Radeberger Firma nun fünfjähriges Bestehen feiern. „Wir haben genau die Marktlücke gefunden“, freut sich der Firmenchef. Individuelle, maßgeschneiderte Lösungen, beschreibt er die Lücke. „Während die Großen ja meist einheitliche Lösungen bieten, können wir gezielter auf Vorort-Gegebenheiten bei unseren Kunden eingehen, Kleine sind da ein Stück beweglicher“, findet Rolf Förster. Das funktioniere im Prinzip wie bei Versicherungsmaklern, die ebenfalls aus dem gesamten Angebot auswählen und damit genau die passende Versicherung für jeden finden können.

Im Mittelpunkt seiner Projekte steht aber von Anfang an der sogenannte Wärmehamster. Wärmespeicher, die vereinfacht gesagt gedämmte Kunststofftanks sind, in denen das erwärmte Wasser gespeichert wird. Ergänzt zum Beispiel durch Holzpellet-Heizungen. „Ein effizientes System – und wie gesagt, auf jeden Kundenwunsch zugeschnitten“, beschreibt er. Systeme, die längst auch außerhalb Radebergs Anklang finden. Mittlerweile stehen auch Kunden aus Polen, der Schweiz und Südafrika im Auftragsbuch. Von anfangs drei Mitarbeitern wuchs die Firma auf nun acht – dazu gehören auch zwei Auszubildende.

Also ein sorgenfreier Rückblick? Nicht ganz, sagt Rolf Förster. Und klingt durchaus verärgert. Denn in letzter Zeit hat sein Unternehmen auch einige Aufträge von Städten und Gemeinden angenommen –  „und ausgerechnet da zieht sich die Bezahlung oft sehr lange hin, das ist für kleine Firmen gefährlich!“ Radeberg aber, sagt er dann ausdrücklich, gehöre nicht zu diesen Kommunen. „Hier gab‘s bisher nie Probleme!“