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Der Weckruf kommt 7.77 Uhr

Großharthau feiert am Wochenende seine Schnapszahl. Höhepunkt ist ein Gaudy-Radrennen über eine Seelmeile.

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Von Wolfgang Schmidt

Die Mitglieder des Großharthauer Jugendclubs sind ausgeschlafen: Am Sonntag wollen sie die Bewohner ihres Dorfes in Anlehnung an die 777-Jahrfeier um 7 Uhr und 77 Minuten, also um 8.17 Uhr, wecken. Das ist nicht der einzige Gag des Dorffestes. Dessen Höhepunkt wird am Sonntagnachmittag das „weltweit erste Gaudy-Radrennen über eine Seemeile“ sein. Bei diesem Anspruch können sich die Großharthauer sicher sein, denn das Y – ursprünglich ein Schreibfehler in der Ausschreibung – ist jetzt gewollt! Dem Gaudyrennen sollen sich Gaudi spiele anschließen. Damit wollen die Großhar thauer diesmal „etwas anderes veranstalten als sonst“, sagt der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereines Lutz Paulick. Die Vereinsmitglieder haben sich in die Vorbereitung „777 Jahre Großharthau“ ebenso eingebracht wie weitere Einwohner und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.

Unter deren Regie wird das Gaudy-Radrennen als Punktefahren „Rund um den Schlosspark“ als Hart(sche) Tour ausgetragen. Eine Mannschaft besteht aus vier Teilnehmern. „Dabei geht es nicht nur um die beste Zeit, sondern auch um Gaudi, Lust und Laune“, betont Gemeindewehrleiter Gunter Schlenkrich. Wie die Räder aussehen, ist jedem selbst überlassen: ob mit großem Vorder- und kleinem Hinterrad, mit Tandem oder einem anderen Gefährt. Der Rundkurs wird mit „Hartschen Hindernissen“ gespickt sein. So müssen die Fahrer Luftballons aufblasen, einen Ball in einen Basketballkorb werfen und einen Wasserbehälter mit einem winzigen Glas füllen. Die Organisatoren rechnen mit etwa 25 Teams, die von Vereinen, Feuerwehren und Gewerbetreibenden, aber auch von Familien gestellt werden.

Die letzten Vorbereitungen für diese Weltpremiere trifft in diesen Tagen auch Jürgen Hölzel. Er bereitet drei Räder für den Wettbewerb vor. „Ich freue mich schon auf das Fest, und speziell dafür haben wir ein eigenes T-Shirt entworfen“, sagt der in Rammenau beheimatete Mechanikermeister. Neben einem Dreirad für Erwachsene und einem Herrenfahrrad aus den dreißiger Jahren mit exzentrisch rotierendem Hinterrad hat Jürgen Hölzel ein Tandem der „besonderen Art“ präpariert, das er 1990 erworben hatte. Auf dem nach einem amerikanischen Patent gebauten „Buddy-Bike“ mit sechs Gängen sitzen die Fahrer nicht wie hier zu Lande gewohnt hintereinander, sonderen nebeneinander. Der linke Sitz ist dem Lenker und Bremser vorbehalten. Den wird Jürgen Hölzel einnehmen; der „Beisitzende“ ist dessen Enkel Patrick Preusche. „Sieges chanchen rechnen wir uns bei dem Gaudyrennen nicht aus. Wir wollen – olympisch gedacht – dabei sein“, sagt Jürgen Hölzel.