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Der Weg nach Dresden ist fast verbaut

Die Bahn streikt – und viele Straßen im Elbland sind dicht. Für Pendler wird vor allem der Weg in die Landeshauptstadt zum Geduldsspiel.

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Von Claudia Parton

Die Lokführergewerkschaft GDL wird Ende der Woche über mögliche neue Streiks entscheiden. Der Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn stellt auch die Anwohner der Hauptstraßen im Elbland vor eine Belastungsprobe: Die Pendler weichen auf die Straßen aus – und werden dort durch dutzende Baustellen gestoppt.

Nadelöhr Boxdorf

Insbesondere auf der rechten Elbseite ist der Weg in Richtung Dresden eine Tortour. Gebaut wird in Weinböhla, in Coswig, in Boxdorf. Damit sind auf dieser Seite fast alle Schleichwege abseits der Innenstädte von Meißen, Coswig und Radebeul zumindest einseitig dicht.

In Boxdorf, wo bis in den kommenden Monat hinein die Kanäle erneuert werden, stauen sich die Autos im Berufsverkehr bis fast an den Abzweig Radebeul. In Richtung Dresden ist es kaum besser: Dort wird der Verkehr umgeleitet – nur kämen viele Autofahrer mit den Schildern nicht zurecht, sagt Ina Sommer von der Gaststätte Feldschlösschen in Reichenberg. „Sie kommen oft herein und wollen von uns den Weg erklärt haben.“

Langsam sei es höchste Zeit, dass die Baustelle verschwinde. Nicht nur, weil sie seither jeden fünften Gast eingebüßt hat und auch die übrigen Gewerbetreibenden über Einbußen klagen.

Für Meißen hat das Straßenbauamt Meißen-Dresden bereits eine neue Baustelle am Schottenbergtunnel angekündigt. Am oberen Ende, am Drosselgrund, müsse demnächst noch eine Stützmauer gebaut werden. So werde die Bundesstraße 101 in Richtung Elbebrücke vermutlich etwas eingeengt. „Dort müssen die Autofahrer mit Behinderungen rechnen, etwa an den Zufahrten zur Baustelle. Eventuell schränken wir die Geschwindigkeit ein.“

In Merschwitz wird es eng

Nördlich von Merschwitz wird es ab heute ebenfalls eng: Dort lässt das Straßenbauamt die S 88 ausbauen, wo der Verkehr sich bisher über eine Betondecke quälte. Das ist bald vorbei. Bis dahin jedoch müsse die Straße einseitig gesperrt, so Wohsmann. „Eine Ampel regelt den Verkehr.“

Rund 120 Millionen Euro hat das Straßenbauamt im vergangenen Jahr zwischen Hoyerswerda und Riesa verbaut – so viel wie noch nie. In diesem Jahr wird er wohl nicht so viel ausgeben können, schätzt der Amtsleiter. Das jedoch liege am Personalmangel. Abzüglich der zwölf Meistereien und Werkstätten bleiben ihm für das derzeit rund 2 800 Kilometer lange Straßennetz zwischen Hoyerswerda und Riesa 140 Mitarbeiter – für Planung, Kasse, Bauüberwachung, Fahrzeug- und Salzkauf. „Das ist die unterste Kapazität“, so Wohsmann. Dabei kann er sich vor Anfragen der Bürgermeister kaum retten.