merken
PLUS Großenhain

Der Wolf geht um

Auch in und um Großenhain hat er bereits unsägliche Spuren hinterlassen. Müssen wir deshalb Angst haben? Ein Vortrag gibt Antworten.

Der Wolf ist längst auch im Großenhainer Raum heimisch geworden.
Der Wolf ist längst auch im Großenhainer Raum heimisch geworden. © Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Großenhain. Es sind Bilder, die für Aufsehen und zuweilen auch Angst sorgen. Ende 2019 gab es nahe des Großenhainer Kauflandes einen bestätigten Wolfsriss. Ebenso in der Gemeinde Priestewitz. Im April wiederholte sich das Szenario nochmals nahe der Bäckerwiesen in Großenhain. Diesmal riss der Wolf ein Mutterschaf und vier Lämmchen.

Einst kannten wir den Wolf nur als Märchenfigur aus Kinderbüchern. In den letzten Jahren hat er sich jedoch wieder Reviere in unserer Kulturlandschaft erschlossen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts galt er in Deutschland als ausgestorben, doch nun ist er wieder zurück.

Anzeige
So natürlich ist unser Trinkwasser
So natürlich ist unser Trinkwasser

Trinkwasser aus der Leitung muss chemisch gereinigt werden, Mineralwasser hingegen stammt aus einer geschützten Quelle. Doch welches ist besser?

 Anders jedoch als in früheren Zeiten, als er weite, einsame Landstriche für sich allein hatte, treffen Wolf und Mensch heute schneller aufeinander, was zu Unsicherheiten oder sogar Konflikten führt. Direkte Begegnungen sind zwar selten, aber möglich, vor allem in den Wintermonaten und im Frühjahr, wenn die Jungtiere sich eigene Reviere suchen und dafür große Entfernungen zurücklegen. 

Auch im Stadtgebiet von Großenhain gab es bereits bestätigte Wolfssichtungen und auch Wolfsrisse von Nutztieren. Dies erklärt sich nicht zuletzt dadurch, weil das Territorium des sogenannten „Raschütz-Rudels“ an die Stadt angrenzt. 

Auf Einladung der Stadtverwaltung Großenhain bietet Vanessa Ludwig von der Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Donnerstag, 20. August, ab 18.30 Uhr, im Saal des Soziokulturellen Zentrums „Alberttreff“, Marstall 1, in Großenhain einen Fachvortrag zum Thema „Nachbar Wolf“ an. Dabei greift sie auf 20 Jahre Erfahrung mit Wölfen in der sächsischen Kulturlandschaft zurück. 

Die natürliche Ausbreitung des Wolfes in Sachsen sorgt bei manchen Bürgern für gemischte Gefühle. Müssen wir Menschen Angst haben? Wie kann die Schafhaltung im Wolfsgebiet weitergeführt werden? Welche Konflikte entstehen durch die Anwesenheit des Wolfes in unserer Kulturlandschaft, und wie geht das sächsische Wolfsmanagement damit um?

In einem anschaulichen Vortrag präsentiert Vanessa Ludwig die Ergebnisse der Wolfsforschung in Sachsen und vermittelt interessante Informationen zur Biologie und Lebensweise der Tiere. Nach dem Vortrag besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und gemeinsam mit der Expertin zu diskutieren. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Die Durchführung der Veranstaltung steht unter Vorbehalt. Zur Umsetzung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ist die Beachtung spezifischer Zugangs- und Hygieneregelungen erforderlich. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 50 Personen. Besucher werden gebeten, die Abstandsregeln einzuhalten und vorsorglich eine Mund-Nasen-Bedeckung mit sich zu führen.

Weiterführende Artikel

Wolf schlägt in Großenhain zu

Wolf schlägt in Großenhain zu

Ein Mutterschaf und vier Lämmer: Die Fachstelle im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bestätigt den Riss - nicht weit entfernt von Menschen.

Totes Schaf: War
es ein Wolf?

Totes Schaf: War es ein Wolf?

Die Spuren nach dem Fund am Mittwoch in Großraschütz deuten auf einen Wolfsriss. Das wird jetzt aber erst ermittelt.

Fachvortrag zum Thema „Nachbar Wolf“ am Donnerstag, 20. August, ab 18.30 Uhr, im Saal des Soziokulturellen Zentrums „Alberttreff“, Marstall 1, in Großenhain.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain