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Der Zug der Emigranten

Der 23. Juli 1732 ist ein denkwürdiger Tag in der Stadtgeschichte Döbelns. Vor 275 Jahren zogen 376 Salzburger durch die Muldenstadt und übernachteten hier. Wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt...

Von Heinz Schauer

Der 23. Juli 1732 ist ein denkwürdiger Tag in der Stadtgeschichte Döbelns. Vor 275 Jahren zogen 376 Salzburger durch die Muldenstadt und übernachteten hier. Wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal 3000 Bewohner in Döbeln lebten, kann man ermessen, wie schnell sich der Durchzug herumsprach und mit welcher Anteilnahme die Emigranten aus dem fernen Süden aufgenommen wurden.

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Salzburg war zu jener Zeit ein Erzbistum. Es gehörte noch nicht zu Österreich. Erzbischof Leopold Anton von Firmen setzte alles in Bewegung, auf Grund seiner Glaubenslehre die Protestanten aus seiner Region zu vertreiben. Rund 20000 verließen ihre Heimat. Sie zogen bis nach Ostpreußen, viele gingen nach Schwaben und Franken, einige erreichten Holland und sogar Nordamerika.

Die 376 Salzburger fanden in Döbeln gastfreundliche Bürger vor. In der Hingstschen Chronik von 1872 wird darüber ausführlich berichtet. Sie wurden an den Scheunen vor dem damaligen Niedertor (heute Bereich Körnerplatz) willkommen geheißen und zogen mit ihren 40 Wagen voller Gepäck vor das Rathaus.

Döbelner Familien beherbergten die leidgeprüften Auswanderer, und außerdem erfolgte eine Geldsammlung, die 246 Taler und fünf Groschen einbrachte. Am nächsten Tag verließen sie Döbeln und nahmen zuvor noch an einen Gottesdienst in der Stadtkirche teil.