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Designer verlässt Görlitz

Vor anderthalb Jahren hatte Thomas Overesch sein Geschäft "The Store" auf der Weberstraße eröffnet. Nun ist er zurück nach Berlin gegangen.

Thomas Overesch kurz nach Eröffnung von "The Store".
Thomas Overesch kurz nach Eröffnung von "The Store". ©  Archiv/Nikolai Schmidt

Auf den ersten Blick sieht es an der Ecke zwischen Weber- und Bäckerstraße nicht ungewöhnlich aus. In der Auslage des Geschäftes im Erdgeschoss  stehen noch kleine Hocker mit dicken Holzbeinen, blaue Glas und- und weiße Keramikvasen. Kissen mit bunten Bezügen sind daneben drapiert. Tatsächlich ist aber ansonsten nicht mehr viel da, erzählt Thomas Overesch. An der Eingangstür hängt ein Schild dazu: "Wir sagen Servus." "Wir hatten bereits im Januar mit dem Ausverkauf begonnen." Der pausiert jetzt Corona  bedingt.  

Görlitz durch Euro-Fashion Award kennengelernt

Vor etwa anderthalb Jahren hatte Thomas Overesch das Geschäft "The Store" in Görlitz eröffnet. Er stammt aus Bremen, lebt seit etwa neun Jahren in Berlin. Beziehungen zu Görlitz hatte er durch den Euro Fashion Award (EFA) im Görlitzer Jugendstilkaufhaus.  Bei der Auflage 2018 war sein Mann  Andrej Baranow der künstlerische Leiter, Overesch saß in der Jury. Kurz darauf fand in den Hallenhäusern am Untermarkt ein Fotoshooting mit dem Modefotografen Michael Reh statt, bei dem Overeschs Brautmoden im Vordergrund standen. Und zeitweise hatte er im Modehaus am Postplatz ein Atelier. 

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Alle zwei Jahre findet der EFA in Görlitz statt. Aber die diesjährige Auflage fällt aus. Die Entscheidung traf Kaufhaus-Inhaber Winfried Stöcker weit vor dem Ausbruch der Coronavirus-Infektionen. Denn 2020 soll die Sanierung des Kaufhauses beginnen. Dauer: rund zwei Jahre. Daran hält Stöcker auch fest, wie er jetzt der SZ bestätigte. Doch ist er im Moment auch mit der Corona-Krise beschäftigt.  Aktuell macht Stöcker einen Selbsttest mit Corona-Antigenen, eine Komponente des Virus. Ziel sei es, dass sich Antikörper bilden. "Dann sind wir praktisch einem Impfstoff schon sehr nahe", hatte er der SZ vorige Woche erklärt. 

Markenzeichen: Handgestrickte Lampenschirme

In "The Store" ging es in erster Linie um Interieur, um Wohn-Accessoires. Die Dinge aus Wolle, gestrickte Plaids und Lampenschirme waren von Overesch. Bei den komplizierten Stücken arbeitet er mit einer alten Strickmaschine und Musterlochkarten. Andere Dinge  wie die bunten Glas- und andere Vasen, Schalen, Kissen, auch Mode bezog er von Jungdesignern.

Berlin und sein dortiges Atelier hatte Thomas Overesch trotz des Görlitzer Geschäftes nicht aufgegeben. Ein bisschen war Görlitz aber Pause von Berlin. Zu aufgedreht, zu anstrengend sei ihm die Hauptstadt geworden, hatte er der SZ erzählt. Während in Görlitz noch Platz ist, bei Räumlichkeiten wie auch für Ideen. 

Schließung wegen gesundheitlicher Gründe

Aus gesundheitlichen Gründen hat Thomas Overesch den Store nun aufgegeben. Ende vorigen Jahres habe er größere gesundheitliche Probleme gehabt, erzählt er. "Schon während des kompletten Weihnachtsgeschäftes war ich kaum in Görlitz." Und so fiel die Entscheidung für die Schließung. "Gesundheit geht vor. " Verbunden bleibe er Görlitz dennoch.  Es sind Freundschaften entstanden. Und es muss ja nicht für immer und ewig so sein." 

Was nun aus dem Ladengeschäft in dem Eckhaus zwischen Bäcker- und Weberstraße wird, ist nicht bekannt. Es steht unter Denkmalschutz. Gerade die plateauartigen Schaufenster im Jugendstil hatten Overesch gefallen. Der bauliche Zustand sei sehr gut gewesen. Das Gebäude wurde vorrangig im spätklassizistischen Stil um 1838/39 als Wohnhaus erbaut. Bevor Thomas Overesch das Ladengeschäft bezog, hatte es ein Weile leer gestanden. Davor war zum Beispiel ein Kindermodengeschäft drin. 

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