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Hoyerswerda

Desinfektion ist nicht nur in der Krise 

Pflegedienste haben stets die Handhygiene im Blick. In der aktuellen Phase hat man es mit ganz anderen Herausforderungen zu tun.

Vom Firmensitz in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße aus starten die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes „VergissMeinNicht“ zu ihren Kunden.
Vom Firmensitz in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße aus starten die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes „VergissMeinNicht“ zu ihren Kunden. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die meisten Menschen haben in den letzten Wochen viel über Hygiene gelernt. Doch wenn man schaut, wie an den an vielen Stellen mittlerweile platzierten Desinfektionsmittelspendern Hände desinfiziert werden, sieht man auch, dass so mancher es nicht so macht, wie es richtig ist. Ein bisschen von dem Mittel auf den Händen zu verreiben – das reicht eben nicht.

Medizinisches Personal und Mitarbeiter von Pflegediensten wissen, wie es geht. Es ist das A und O des Infektionsschutzes auch in Zeiten ohne Krise. Für die zwanzig Mitarbeiterinnen der VergissMeinNicht Pflegedienst Lausitz GmbH in Hoyerswerda ändert sich diesbezüglich während der aktuellen Corona-Pandemie nichts. Wenn das Pflegepersonal zu den Kunden fährt, trägt man keinen Mundschutz, und Handschuhe sind nur direkt bei der Tätigkeit am Kunden angesagt. Das Zauberwort heißt Desinfizieren und allgemein gute Handhygiene.

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Verständnis füreinander und den Job

Vor einer Woche signalisierte Pflegemanagerin Jeanet Maśnica gegenüber Tageblatt, dass ihr Unternehmen gut aufgestellt sei. Natürlich gab und gibt es Krisensitzungen, verständigte man sich zu den Zielen und zu Solidarität. Denn da waren schon die Schul- und Kitaschließungen angekündigt. Und gut die Hälfte der Mitarbeiterinnen hat betreuungspflichtige Kinder. Mancher kann jetzt nur noch bestimmte Schichten übernehmen, andere teilen sich mit ihrem Partner in die Betreuung. „Wir sind ein sehr familiäres Unternehmen“, sagt die Pflegemanagerin. Verständnis füreinander und die Anforderungen der Arbeit gehören dazu, kurze Kommunikationswege auch.

Aber letztlich müsse man von Tag zu Tag neu entscheiden, die allgemeine Entwicklung und aktuelle Verfügungen im Blick behalten.

Man hat einen eigenen Pandemieplan erstellt, schaut, wie man reagiert, wenn Personal in Größenordnungen ausfallen würde. Alle Kunden seien für die besondere gesamtgesellschaftliche Lage sensibilisiert. Es geht auch um Backup-Lösungen. Und man weiß, welcher Kunde gar keine Angehörigen hat, völlig auf sich gestellt ist. Jeanet Maśnica spürt aber auch großes Verständnis bei den Kunden ihres Pflegedienstes: „Diese Generation kann mit Krisen umgehen“, sagt sie und würdigt damit auch die Lebensleistung der zumeist betagten Klientel.