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Deutsche Bank: "Schwierige Phase werden wir meistern"

Alles lief gut für die Bank in Görlitz und Umgebung. Die Kunden legten mehr Geld an, fragten mehr Kredite nach. Doch dann kam auch hier Corona.

Auch auf der Kulturinsel in Zentendorf spielt Corona eine große Rolle.
Auch auf der Kulturinsel in Zentendorf spielt Corona eine große Rolle. © André Schulze

In der Corona-Krise unterscheiden sich die Kunden der Deutschen Bank nicht von denen anderer Kreditinstitute. Sie haben Fragen. Lohnt es sich noch, in Aktien oder Investmentfonds zu investieren? Wie komme ich an Hilfskredite für mein Unternehmen? Kann ich Kredite stunden? Wie kann ich die Zahlungsfähigkeit meiner Firma sichern?

Seit Wochen beraten die Mitarbeiter der Görlitzer Filiale daher ihre Kunden zu diesen Fragen. Anders als beispielsweise die Commerzbank blieb auch die Filiale seit Mitte März offen. SB-Zonen und Geldautomaten der Bank sind überall zugänglich , sodass die Bargeldversorgung gesichert war. "Mit unseren Kunden haben wir in den zurückliegenden drei Jahrzehnten manch schwierige Phase gemeistert", sagt der Görlitzer Filialdirektor Daniel Härtel. "Das wird uns auch jetzt in der Corona-Krise gemeinsam gelingen."

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Anleger gehen größere Risiken ein

Die Bank rückt dabei auch nicht von den Strategien ab, die sie vor der Krise empfahl. Beispielsweise für die Geldanlage. Wer höhere Renditen für sein Gespartes haben will, muss auf der Risikoleiter eine Stufe höher klettern und in Wertpapierdepots einzahlen. Sparbücher oder Tagesgelder bringen keine Zinsen mehr. Dem Rat scheinen auch zunehmend die Kunden zu folgen.

Das Depotvolumen wuchs im vergangenen Jahr in der Görlitzer Filiale um 15 Prozent auf 53 Millionen Euro. "Dass es an den Kapitalmärkten auch drastisch nach unten gehen kann, wie in den vergangenen Wochen, ändert nichts an der Tatsache, dass für den Vermögenserhalt und -aufbau ein Engagement in Fonds und Aktien unverzichtbar ist", sagt Härtel. Insgesamt stieg das Einlagenvolumen um neun Prozent auf jetzt 89 Millionen Euro.

Investoren zahlen Kredite zurück

Auch bei den Baufinanzierungen und Konsumentenkrediten schnitt die Deutsche Bank an der Neiße gut ab. Der Kreditbestand stieg um fünf Prozent auf rund 30 Millionen Euro. Da viele Kunden  ihre Kredite in hohem Umfang getilgt haben, sind mehr Darlehen abgeschlossen worden, als die fünf Prozent signalisieren. Zugleich zeigt aber diese Entwicklung auch, dass Firmen oder Investoren über Gelder verfügten, um die Kredite über Plan zurückzuzahlen.

Alles zusammen ergibt das eine gute Bilanz für 2019.  Das Geschäftsvolumen, also die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotvolumen stieg um zehn Prozent auf 172 Millionen Euro. 

Bank berät Unternehmen von Görlitz aus

Intensiver als in der Vergangenheit begleitet die Görlitzer Filiale Unternehmen jeder Größe. Sie zählt damit zu den 29 Standorten der Deutschen Bank in Ostdeutschland, die rund 200.000 Unternehmen berät. Dazu bündelt die Bank die Beratung von Selbstständigen und Gewerbetreibenden, Geschäftskunden und mittelständischen Firmen unter dem Dach der Unternehmensbank Deutschland. Dabei konzentrieren sich die Berater auch mit speziellen Angeboten auf besondere Berufsgruppen: Die Heilberufe gehören genauso dazu wie die steuerberatenden Berufe.

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