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Deutsche Bank wohl in roten Zahlen

Das größte private Geldinstitut stellt seine Strategie auf den Prüfstand – auch bei der Tochterfirma Postbank.

Frankfurt am Main. Erneut rote Zahlen und eine unklare Strategie: Die bevorstehende Bilanz-Veröffentlichung der Deutschen Bank am Donnerstag steht unter keinem guten Stern. Analysten erwarten, dass weitere Rückstellungen für Rechtsrisiken den Konzern im Schlussquartal 2014 wieder ins Minus rutschen ließen. Es wäre der vierte Quartalsverlust in der Amtszeit der Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Die beiden Vorstandschefs sind seit Juni 2012 im Amt.

Wie es weitergehen soll, will das Management ausführlich im zweiten Quartal erläutern. Die gesamte Strategie steht auf dem Prüfstand. Spekuliert wird etwa über die Zukunft der Tochterfirma Postbank. Angesichts der Strategiesuche hat das Institut die traditionelle Jahrespressekonferenz verschoben. Ende Januar gibt es zunächst nur vorläufige Geschäftszahlen, zudem wollen Jain und Fitschen in einer Telefonkonferenz Pressefragen beantworten.

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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos betonte Jain den Wert des bisherigen Geschäftsmodells einer Universalbank mit Angeboten vom Privatkunden- bis zum Kapitalmarktgeschäft: „Es gibt genug Kunden, die mir sagen, dass sie unser umfassendes Angebot benötigen.“

Juristische Baustellen machen dem deutschen Branchenprimus zu schaffen. Nach jüngsten veröffentlichten Zahlen hat die Bank für Rechtsrisiken drei Milliarden Euro zurückgelegt. Weitere Belastungen von 1,7 Milliarden Euro könnten laut jüngstem Quartalsbericht hinzukommen. Um beim Abbau der Altlasten schneller voranzukommen, richtete die Deutsche Bank sogar ein Vorstandsressort ein: Seit 1. Januar kümmert sich Christian Sewing als Rechtsvorstand um diese Themen. (dpa)