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Diagnosen auf modernstem Niveau

Die Praxis Klengel hat viel Geld in neue Technik investiert – und noch immer mit alten Gerüchten zu kämpfen.

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Von Kevin Schwarzbach

Blutungen im Hirn oder akute Knochenverletzungen können in der Radiologischen Praxis von Dr. Steffen Klengel jetzt mit modernster Technik diagnostiziert werden. Seit Montag ist dort ein neuer Computertomograph (CT) im Einsatz. Das Gerät, das auf Basis von Röntgenstrahlung arbeitet, ergänze die bereits vorhandene Technik in der Magnetresonanztomographie (MRT), sagt Klengel. Neben den genannten Diagnosemöglichkeiten kann die neue Technik auch bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen begleitend genutzt und bei der Untersuchung auf bösartige Erkrankung im Brust- und Bauchbereich eingesetzt werden. „Das Multidetektor-CT-System (MDCT) verfügt über modernste Detektortechnologie. Bis zu mehrere tausend Bildschnitte werden pro Untersuchungsregion erstellt. Es sind Schichtdicken bis zu 0,35 Millimeter möglich“, erklärt Klengel.

Bis 70 Prozent weniger Strahlen

„Die Bilder werden in Echtzeit aufbereitet und stehen den untersuchenden Ärzten sofort zur Verfügung“, so der Radiologe. Als weiteren Gewinn sieht Klengel die 72 Zentimeter große Patientenöffnung. „Das ist der größte Durchmesser, den es bei diesen Systemen bisher gibt. Dadurch garantieren wir höchsten Komfort und beste Untersuchungsbedingungen für unsere Patienten - auch bei schlechtem Allgemeinzustand und bei Notfällen“, sagt er. Vor allem aber freue er sich, dass die Strahlenbelastung durch die moderne Technologie gesenkt werde. Der Schutz seiner Patienten stehe für ihn im Vordergrund, versichert Steffen Klengel. „Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen reduzieren wir die Strahlenbelastung um bis zu 70 Prozent“, sagt er. Das neue MDCT-System ersetzt in seiner Praxis den alten Computertomographen, der nun ausgedient hat. „So ein Gerät hat aufgrund rasanter technologischer Entwicklungen in der Regel eine Lebensdauer von vier bis sechs Jahren“, sagt Klengel.

Denn das neue Riesaer MDCT gehört mit seiner Ausstattung in der Radiologie zu den modernsten Geräten seiner Zunft – und kommt bisher eher selten zum Einsatz. Was ihn die Anschaffung gekostet hat, lässt sich der Radiologe indes nicht entlocken.

In einer anderen Angelegenheit aber möchte er Klarheit schaffen: die Kooperation mit dem Krankenhaus Riesa. „Wir sind seit 1997 im Krankenhaus eingemietet, agieren aber selbstständig und unabhängig von diesem“, sagt Klengel. „Leider verunsicherten missverständliche Presseberichte, wie zuletzt im „Spiegel“, unsere Patienten und Kollegen. Jedoch sind wir von den Vorwürfen gegenüber ehemaligen Krankenhausmitarbeitern nicht betroffen“, so Klengel. Damit bezieht er sich auf die Vorwürfe, dass das Krankenhaus bei 300 Frauen falsche Brustkrebsdiagnosen getroffen haben soll. Das hatte die Kassenärztliche Vereinigung aber durch Untersuchungen schon vor einem Jahr widerlegt.

„Zudem haben sowohl unsere ambulanten als auch die Krankenhaus-Patienten keine Versorgungslücken zu befürchten“, so Klengel. Ganz im Gegenteil: Die Radiologische Praxis hat entfallene Röntgen-Leistungen des Riesaer Krankenhauses sogar nahtlos auffangen können. „Zum Jahresbeginn 2013 drohte durch den plötzlichen Ausfall bisheriger ambulanter radiologischer Leistungen der Klinik eine akute Versorgungslücke. Wir haben deshalb in unserer Praxis Ende 2012 in Rekordzeit modernste neue Röntgentechnik installiert und die ambulante Röntgenversorgung ab dem 1. Januar 2013 sichergestellt“, sagt Steffen Klengel, der berufenes Mitglied der MRT-Kommission der KV Sachsen ist.

Der Information, dass das Krankenhaus keine ambulante CT-Ermächtigung mehr habe und Patienten deswegen nach Dresden oder Meißen fahren müssten, widerspricht er: „Das Krankenhaus hatte nie eine ambulante CT-Ermächtigung. Alle ambulanten Computertomographien wurden und werden in unserer Praxis erbracht.“ Diese ist zugelassene Weiterbildungseinrichtung der Sächsischen Landesärztekammer für die Ausbildung von Fachärzten im Fachgebiet Radiologie.

Verbesserte Kommunikation

Die Kooperation zwischen Krankenhaus und Radiologischer Praxis soll auch in Zukunft bestehen. „Wir freuen uns sehr über die feste Zusage der neuen Klinikgeschäftsführung, dass unsere Praxisräume im Rahmen des geplanten Krankenhaus-Neubaus nicht abgerissen werden und wir sie weiter nutzen können“, sagt Klengel. Damit sei eine Phase großer Unsicherheit beendet worden. „Die spürbar verbesserte Kommunikation mit der neuen Krankenhausleitung hat uns die Entscheidung zum Verbleib im Krankenhaus sowie die Investitions-Entscheidung erleichtert“, sagt Klengel. Er sieht diesen Schritt deshalb auch als Zeichen, dass seine Praxis den begonnenen schwierigen Neuanfang des Kooperationspartners Krankenhaus Riesa begrüßt – und durch die eigene Arbeit unterstützen will. Seit Montag mit dem neuen MDCT.