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Diakonie bei Abstimmung knapp vor Kinderland

Wachau hat einen Betreiber für die neue Kita in Seifersdorf. Die Wahl fiel überraschend knapp aus.

Von Thomas Drendel

Die Entscheidung im Wachauer Gemeinderat fiel denkbar knapp aus. Acht Gemeinderäte stimmten für die Diakonie als Betreiber der neuen Kindertagesstätte in Seifersdorf. Sieben waren für den Verein Kinderland Sachsen. Diese beiden Bewerber waren die aussichtsreichsten aus einer Gruppe von elf Interessenten. Nur sie standen zur Wahl.

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Wie wichtig die Abstimmung für die Gemeinde war, zeigte sich schon im Wahlprozedere. Obwohl ursprünglich nicht so vorgesehen, fand sie geheim statt. Dazu wurden extra Stimmzettel gedruckt, eine provisorische Wahlkabine aufgestellt und eine Wahlkommission ins Leben gerufen. Vor der Abstimmung hatten die Fraktionen noch einmal ihren Standpunkt erläutert. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach unserem Eindruck haben die Diakonie und das Kinderland sowohl die beste schriftliche Konzeption vorgelegt und auch die mündliche Präsentation von beiden war sehr gut. Wir werden den Gewinner unterstützen“, sagte Lutz Tamme, Gemeinderat der Offenen Bürgerliste (OBL). Nach Aussagen von CDU-Gemeinderat Thomas Redmer hat es sich auch seine Partei nicht einfach gemacht. „Wir hatten zunächst neben der Diakonie und Kinderland noch den Verein Paukenschlag auf der Liste. Mehrheitlich haben wir uns dann auf die beiden viel versprechendsten Bewerber geeinigt. Wir freuen uns für die Seifersdorfer, dass sie in jedem Fall eine moderne Kita mit einem guten Betreiber bekommen“, sagte er.

Bei der Wahl gaben 15 Gemeinderäte ihre Stimme ab. Alle waren gültig. Das knappe Ergebnis war dann doch eine Überraschung, da sich die Fraktionen im Vorfeld zugunsten der Diakonie ausgesprochen hatten. Auch die Eltern aus Seifersdorf hatten am Montag (14.04.) bei einer Abstimmung im Seifersdorfer Schloss für den kirchlichen Betreiber gestimmt. 23 Frauen und Männer sprachen sich für die Diakonie aus, 19 für das Kinderland. An dem Abend hatte der Seifersdorfer Pfarrer Thomas Slesazeck Bedenken zerstört, wonach nur christliche Kinder aufgenommen werden. „Ich arbeite im Vorstand der christlichen Kindertagesstätte Baumhaus in Radeberg mit. Dort sind 80 Prozent der Kinder nicht konfessionell gebunden“, sagte er. Das Baumhaus wird von einem Verein geführt.

Mit der Abstimmung im Gemeinderat war auch Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) zufrieden. „Wir werden jetzt mit der Diakonie die Gespräche aufnehmen“, sagte er zum Abschluss. Auf der gleichen Sitzung hatten die Gemeinderäte auch die ersten Bauarbeiten für die neue Kita am Schönborner Weg vergeben. So übernimmt eine Kamenzer Firma den Rohbau. Die Arbeiten kosten knapp 230 000 Euro. Die Bauleute werden in wenigen Tagen anrücken. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. „Den werden wir jetzt, nachdem die Vergabe erfolgt ist, mit der Firma absprechen“, sagte Veit Künzelmann. Nach seinen Angaben soll es keinen feierlichen ersten Spatenstich oder Grundsteinlegung geben. „Wir wollen dann das Richtfest groß feiern.“ Die Kindertagesstätte in Seifersdorf soll nach jüngsten Berechnungen rund 1,75 Millionen Euro kosten. Zwischenzeitlich war eine Summe von fast zwei Millionen Euro im Gespräch. Rund 660 000 Euro übernimmt davon die Gemeinde Wachau. Der Rest sind Zuschüsse von der Bundesregierung.

Die Bauarbeiten sollen nach Angaben von Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) mit Beginn des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Unklar ist noch, ob die Einrichtung Ende des Jahres in Betrieb gehen muss. Das schrieb die alte Förderrichtlinie vor. Doch die Bundesregierung hatte mit einem Beschluss Ende vergangenen Jahres allen Kommunen mehr Zeit für den Bau von Kindertagesstätten gegeben. Nach den neuen Regelungen werden die Fördergelder jetzt bis 2016 gezahlt.