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In Kürze kommt die Kurzzeitpflege

Im nächsten Jahr wird die Diakonie in Mittelherwigsdorf 22 neue Plätze anbieten - und so das Angebot im Südkreis um über 100 Prozent steigern. Was steckt dahinter?

Vermieter Andreas Wagner (links) und Projektleiter Robert Berthold-Heinrich (rechts) von der Diakonie vor der neuen Tagespflege im ehemaligen Aldi in Mittelherwigsdorf.
Vermieter Andreas Wagner (links) und Projektleiter Robert Berthold-Heinrich (rechts) von der Diakonie vor der neuen Tagespflege im ehemaligen Aldi in Mittelherwigsdorf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Robert Berthold-Heinrich freut sich schon auf den Tag, an dem er auf diese Frage mit Ja antworten kann: Haben Sie Kurzzeitpflegeplätze? Bisher nämlich muss der Einrichtungsleiter für Diakonie-Tagespflege und Sozialstation in Mittelherwigsdorf noch auf später vertrösten. Und zwar ziemlich häufig: "Wir haben an zahlreichen Anfragen sowohl aus dem Klinikum aber auch von den pflegenden Angehörigen selbst immer wieder gespürt, wie dringend eine Kurzzeitpflegeeinrichtung hier gebraucht wird", sagt Berthold-Heinrich. Derzeit verweist er in solchen Fällen auf eine diakonie-eigene Einrichtung in Hochkirch bei Bautzen. Doch das wird sich bald ändern.

Wenn Ende 2020 die neue Einrichtung mit 22 Einzelzimmern im Mittelherwigsdorfer Bürgerpark eröffnet, erhöht sich die Zahl der Kurzzeitpflegeplätze im Südkreis auf einen Schlag um mehr als das Doppelte. Denn, während es allein in der Stadt Görlitz aktuell drei Kurzzeitpflege-Einrichtungen gibt, existieren im ganzen Süden des Landkreises gerade einmal zwei - mit nicht gerade üppiger Platzzahl: "In Löbau betreibt der ASB eine Einrichtung mit zwölf Plätzen und in Zittau gibt es acht bei der Alten- und Pflegeheim GmbH St. Jakob", zählt Matthias Reuter, Sozialplaner beim Landkreis, die gelisteten Einrichtungen auf.

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Die Situation sei also sehr angespannt, zumal in den vergangenen Jahren auch die sogenannten "eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze", die manche Pflegeheime angeboten haben, nach und nach weggefallen sind, erklärt der Kreis-Experte. Woran das liegt, kann Reuter leicht erklären: "Sie können bei einer Kurzzeitpflege eben nicht so verlässlich planen wie bei einem Pflegeheim - hier gibt es bei der Nachfrage eher so eine Wellenkurve wie bei einem Hotel", beschreibt er. Und das mache die Sache ein Stück weit unattraktiv.

Sorgen, die Einrichtung nicht auslasten zu können, muss das Diakonische Werk Löbau-Zittau bei der derzeitigen Lage aber wohl nicht haben. Kurzzeitpflege kommt immer dann ins Spiel, wenn Angehörige beispielsweise wegen einer Reise die Pflege selbst vorübergehend nicht leisten können und ein ambulanter Pflegedienst allein nicht ausreicht, um Oma oder Opa zu betreuen. Eine Tagespflege bietet da nur begrenzt Hilfe, weil die Betreffenden in der Nacht auf sich allein gestellt sind. Oft ist Kurzzeitpflege aber auch eine Überbrückungs-Möglichkeit für Patienten, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht sofort wieder allein in den eigenen vier Wänden zurechtkommen.

Moderne Zimmer mit Rosenterrasse

Einziehen können in solchen Fällen die Senioren dann bald in neue Zimmer mit Nasszelle und Dusche und ebenerdigen Terrassen, die mit Rosenstöcken begrenzt sind. "Wir werden das Bestandsgebäude entkernen, sanieren und umbauen und zudem einen Anbau errichten, sonst reicht der Platz nicht aus", erklärt Robert Berthold-Heinrich und zeigt auf die Bauzeichnungen. Gemeinschaftsräume, Pflegebad und die nötigen Dienstzimmer sind darin zu erkennen. Optisch wird das neue Gebäude dem bestehenden angepasst.

Mit der Entscheidung für eine Ansiedlung im früheren Kaufpark, der jetzt Bürgerpark heißt, schließt die Diakonie vor Ort auch selbst einen großen Kreis: Tagespflege, ambulanter Pflegedienst, Kurzzeitpflege und Pflegeheim sind dann alle in einer Gemeinde beisammen. "Wir haben uns mit dem neuen Eigentümer des Bürgerparks, Andreas Wagner, auf einen Erbbaupachtvertrag geeinigt", präzisiert Robert Berthold-Heinrich. Gleich nebenan logieren schon jetzt der Pflegedienst und die erst kürzlich eröffnete Physiotherapiepraxis von Martin Pätzold sowie Andreas Wagners Fleischerei.

Dass die Diakonie für ihr neues Angebot auch Mitarbeiter einstellen wird, liegt auf der Hand: "Die genaue Anzahl berechnen wir noch", erklärt der Einrichtungsleiter. Er gibt sich optimistisch, dass er - trotz Fachkräftemangel - Pflege- und Betreuungspersonal finden wird. Derzeit arbeiten beim Diakoniewerk Löbau-Zittau in Mittelherwigsdorf 81 Mitarbeiter in Pflegeheim, ambulantem Pflegedienst und bei der Tagespflege. "Tendenz steigend", sagt Berthold-Heinrich. Und das nicht nur wegen der neuen Pläne.

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