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Die kleine Frau Müller

Seit drei Jahren kommt Marlit Müller jeden Tag in die Tagespflege. Manchmal ist es hier langweilig, jetzt aber kam zu einem besonderen Anlass "großer" Besuch.

Der große Gunther Emmrlich und die kleine Marlit Müller: Beim Wohnzimmer-Konzert lernten sie sich jetzt kennen. Ein Autogramm gehörte am Ende dazu.
Der große Gunther Emmrlich und die kleine Marlit Müller: Beim Wohnzimmer-Konzert lernten sie sich jetzt kennen. Ein Autogramm gehörte am Ende dazu. © Marko Förster

Marlit Müller ist eine kleine aufgeweckte Frau von 85 Jahren, die manchmal etwas vergisst, dafür aber recht keck ist. Die Graupaerin ist eine von 15 Frauen und Männern, die einen der begehrten Plätze in der Tagespflege bekommen haben. Die Diakonie hat diese vor drei Jahren auf der Gartenstraße in Pirna eröffnet. Marlit Müller gehört zu denen, die von Anfang an dabei sind.

Einige wie Frau Müller kommen jeden Tag von 8 bis 16 Uhr, andere nur ab und zu. Sie alle werden gebracht, entweder vom Fahrdienst oder privat. Jeden Tag gibt es zwei Angebote. Sport, Spiel, Musik, Gedächtnistraining. "Wenn es was Gescheites ist", hört Marlit Müller gern zu. Sie setzt sich auch mal ans Klavier. Das aber ist verstimmt, sagt sie und Fachbereichsleiterin Katrin Stelzig gibt ihr recht. Sie will sich drum kümmern. 

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Der freche Herr Mutz

Zuhause wartet Herr Mutz auf Frau Müller. Herr Mutz ist ihr Kater. Der beißt einen auch schon mal in die Po, wenn jemand frech ist. Ohne einen Herrn Mutz wäre es langweilig und traurig, sagt Frau Müller. Langweilig sei es auch manchmal in der Tagespflege, sagt sie. Nicht böse, eher mit so einem schelmischen Lächeln. Meistens aber sei es doch ganz nett, beruhigt sie Schwester Susann Dittrich, die Leiterin der Tagespflege. 

Die Diakonie in Pirna ist eine der ganz wenigen, die in der Tagespflege selbst kocht und das auch noch mit den Bewohnern zusammen. Marlit Müller kocht und isst zwar nicht besonders gern, dafür aber schnippelt sie Gemüse und schält Kartoffeln. Es sei denn es gibt wie am Freitag Bratwurst vom Grill und Nudelsalat. Es ist der letzte der Tage der Feierwoche anlässlich des dreijährigen Bestehens. Der Zauberer war da, Gerburg Sturm vom Pirnaer Museum und Nachtwächter Wolfgang Bieberstein erzählten und Gunther  Emmerlich sang und redete mit den alten Leuten. Der Auftritt gewissermaßen als Wohnzimmer-Konzert war durch eine private Vermittlung zustande gekommen. "Das war ganz schön", sagt Marlit Müller. Am Freitag gingen die Frauen und Männer noch ins Kino und sahen sich eine Folge von "Rentner haben niemals Zeit" an. Das passt, hatte sich Susann Dittrich, gedacht. 

Wartelisten für einen Platz

Die Tagespflege der Diakonie ging aus einer Tagesgruppe hervor. Die Gruppe traf sich nur ein, zwei Mal die Woche,  auf Eigeninitiative und die Kosten wurden auch nicht übernommen. Auf die Finanzierung eines Platzes in der Tagespflege hat jeder ab Pflegegrad 2 Anspruch. Die Diakonie plant aufgrund der großen Nachfrage - es gibt eine Warteliste - noch eine weitere Tagespflege, sagt Katrin Stelzig. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Die Tagespflege ist für die Senioren eine Abwechslung und Bereicherung und für Angehörige eine Entlastung.

Susann Dittrich hakt Marlit Müller wieder unter. Sie dreht sich nochmal um. "Jetzt kannst du nach Hause gehen und einen schönen Artikel schreiben, wehe wenn nicht. Ich gehe auch bald nach Hause, zu Herrn Mutz."

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