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Diakonie richtet größere Räume ein

Die Wäscherei der Roßweiner Werkstätten zieht um. Im Gewerbegebiet ist Platz für drei mal so viele betreute Mitarbeiter.

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© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein. Zum 25-jährigen Bestehen der Roßweiner Werkstätten kann sich die Diakonie Döbeln als Träger der Einrichtung selbst beschenken. Nach langer Suche nach neuen Räumen für den Arbeitsbereich Wäscherei sind diese im Roßweiner Gewerbegebiet Goldene Höhe gefunden worden. „Wir haben eine Halle von Hitachi kaufen können“, sagt Werkstattleiterin Anne Möbius. Wenn die Halle geräumt sei, könne mit deren Einrichten und der technischen Ausstattung begonnen werden.

Dass die jetzige Wäscherei mit gerade mal einer Handvoll Maschinen nur ein Provisorium ist, davon konnten sich die Besucher beim Tag der offenen Tür am Sonnabend zum Jubiläum überzeugen. In dem verhältnismäßig kleinen Raum bewältigen vier betreute Mitarbeiter unter Anleitung von Gruppenleiterin Angela Werner einen gewaltigen Wäscheberg: „Eine Tonne waschen und pflegen wir jede Woche“, so Angela Werner. Zum Mangeln müssen die Mitarbeiter noch andere Räume aufsuchen. Das wird sich nach dem Umzug ins Gewerbegebiet ändern. Dann soll nicht nur ausreichend Platz für die Wäsche, sondern auch für mehr Mitarbeiter sein. Von derzeit vier fest integrierten wird sich die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich auf zwölf erhöhen, stellt Anne Möbius in Aussicht.

Sie geht davon aus, dass die Mitarbeiter im Januar ihre Arbeit auf der Goldenen Höhe aufnehmen können. Dann öffnet die Werkstattleitung gern wieder die Auftragsbücher. „Legearbeiten zum Beispiel wären schön“, sagt Anne Möbius. Für die betreuten Mitarbeiter sind hauptsächlich Tätigkeiten geeignet, die sich wiederholen und leicht zu lernen sind. Zurzeit nimmt sich der Arbeitsbereich der Wäsche des Pflegeheimes Berta Börner in Roßwein und des Wohnheimes in Gersdorf an. Aber auch um Wäsche aus Kindereinrichtungen kümmern sich die Behinderten. Damit ist die Kapazitätsgrenze erreicht.

Außer der Wäscherei dürfen sich die Besucher auch in allen anderen Arbeitsbereichen umschauen. Industrie- und Elektromontage wird vorgeführt, Lagerhaltung und Logistik gezeigt. Auch ein Reinigungsteam ist im Einsatz. Die Ergebnisse aus der Näherei können sich Neugierige gleich am Stand des Diakonie-Ladens anschauen. Denn Schürzen, Kirschkernkissen und Beutel sind nur eine kleine Auswahl dessen, was die Roßweiner Mitarbeiter fertigen und zur Ladenausstattung beisteuern. Selbst Vertreter der Holzwerkstatt aus Hartha sind mit einer Produktauswahl nach Roßwein gekommen, um zu zeigen, was an diesem Standort entsteht.

In halbstündigem Abstand starten Werkstattführungen, denen sich fast immer um die 20 Besucher anschließen. „Ich freue mich, dass diese so gut angenommen werden“, gibt Anne Möbius zu. Sie staunt darüber, dass es noch immer Roßweiner gibt, die in 25 Jahren noch nicht einmal in den Werkstätten waren und so auch nicht wissen können, was die Menschen mit Behinderung zu leisten vermögen. Von sieben auf 365 ist die Zahl der betreuten Mitarbeiter in 25 Jahren gewachsen, 45 Betreuer sind an den drei Standorten tätig.

Aber nicht nur mit ihrer Arbeit überzeugt das Team der Werkstätten die Gäste. Diese stauen genauso über die Talente der Mitarbeiter. Der Chor gibt mehrere Hörproben seines Könnens, die Tanzgruppe tritt auf und im Café können sich die Besucher selbst gebackenen Kuchen schmecken lassen. Stadtrat Uwe Hachmann (SPD) ist immer wieder begeistert von der Einrichtung. „Schade nur, dass kaum bekannt ist, was hier geleistet wird“, findet er.