merken
PLUS

Diakonie soll neue Kita übernehmen

Seifersdorfer Eltern haben abgestimmt. Die endgültige Entscheidung fällt heute Abend.

Von Thomas Drendel

Der kleine Saal des Seifersdorfer Schlosses war brechend voll. Rund 40 Einwohner waren gekommen, um eine einzige Frage zu klären: Wer soll die neue Kita im Ort betreiben? Eingeladen hatten die Seifersdorfer Ortsvorsteherin und einige Gemeinderäte. „Wir wollen nicht vom Schreibtisch über den Betreiber entscheiden, sondern wissen, was die Seifersdorfer wollen“, sagte Gemeinderat Lothar Israel von der offenen Bürgerliste. Die Wahl entpuppte sich als schwieriges Unterfangen. Denn elf Bewerber hatten ihre Konzepte eingereicht und Ende März dem Gemeinderat präsentiert, allerdings hinter verschlossenen Türen. Kathrin Schulze musste deshalb die Bewerber zunächst kurz vorstellen. „Als Erstes auf der Liste standen die Johanniter. Doch da ist zur Präsentation kein Vertreter erschienen. Damit sind sie schon aus dem Rennen.“ Zweiter Bewerber war die Bildungsgesellschaft FAA. Er betreibt bisher eine Kita. Der Verein Paukenschlag präsentierte ebenfalls ein Konzept. Darin wird besonders auf eine musische Erziehung der Kinder Wert gelegt. Die Arbeiterwohlfahrt ist eine erfahrene Einrichtung mit mehreren Kitas. Die evangelische Diakonie ist auch an einer Leitung der Kita interessiert. Religiöse Bildung und eine Kita als Lernwerkstatt sind einige Schwerpunkte ihres Konzeptes. Ebenfalls beworben haben sich der Dienstleister Dussmann und der christlich orientierte Verein Startblock. Der Internationale Bund war ebenfalls angetreten. Er betreibt unter anderem die Kita Am Sandberg in Radeberg. Der Verein Juco mit mehreren Kitas rund um Radebeul, sowie das Kinderland und das DRK hatten ebenfalls Konzepte vorgestellt.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Danach wurde schnell klar, einige Bewerberkonzepte hatten wenig Chancen bei den Seifersdorfer Eltern. „Wir wollen in Seifersdorf keine Außenstelle haben, sondern eine richtige Kita“, sagte ein Vater. Das sah auch die Mehrheit der Eltern so. Die AWO und das DRK waren somit aus dem Rennen. Beide hatten in Seiferdorf eine Außenstelle vorgesehen. Für Dussmann wäre es die erste Kita in Sachsen. Deshalb sei es schwierig, Personal beispielsweise im Krankheitsfall auszutauschen. Beim Verein Startblock fiel negativ auf, dass die Kita in den Sommerferien zwei Wochen geschlossen werden soll. Der Verein Paukenschlag möchte zusätzlichen Mitgliedsbeitrag für eine weitergehende musische Erziehung, sagte die Ortschefin. Auch das stieß bei den Eltern auf wenig Begeisterung. Die FAA war ihnen zu unerfahren.

Da waren es nur noch vier Bewerber: der Internationale Bund, die Diakonie, der Verein Juco und Kinderland aus Dresden. Die Abstimmung über sie fiel eindeutig aus. Der Verein Juco erhielt von den Eltern keine Stimme, der Internationale Bund sieben Stimmen, der Verein Kinderland 19 und die Diakonie 23 Stimmen. Da gefiel den Eltern offenbar die gute Einbindung in den Ort, unter anderem ist eine Zusammenarbeit mit dem Schlossverein oder der Feuerwehr angestrebt. Heute, 19 Uhr, wird der Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung über eine endgültige Vergabe entscheiden. „Unsere Abstimmung hier in Seifersdorf ist für die Gemeinderäte nicht bindend. Wir haben nur ein Vorschlagsrecht. Es kann also auch ganz anders kommen“, sagte Kathrin Schulze zum Abschluss.