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Dicke Karpfen gibt’s nur mit Angelschein

In den letzten Tagen hatten wir alles: große Hitze, Gewitter und lang anhaltenden Regen. Bei welchem Wetter beißen Fische? Nach Gewitter und Regen, denn dann hat das Wasser eine gute Qualität. Allerdings ist beispielsweise der Karpfen ein Allwetterfisch.

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In den letzten Tagen hatten wir alles: große Hitze, Gewitter und lang anhaltenden Regen. Bei welchem Wetter beißen Fische?

Nach Gewitter und Regen, denn dann hat das Wasser eine gute Qualität. Allerdings ist beispielsweise der Karpfen ein Allwetterfisch. Da kommt es mehr auf die Tageszeit an. Um 13 Uhr würde ich mich nicht gerade hinsetzen, denn Karpfen fressen in der Dämmerung.

Und wo geht mir so ein Karpfen ins Netz?

Bei uns im Verein hat jeder sein bevorzugtes Gewässer, in dem er mal gut gefangen hat. Das wechselt natürlich immer mal. Beliebt, und zwar nicht nur für Karpfen, sind Gewässer in der Nähe, wie die Steinbrüche in Ostritz und Hagenwerder. Oder der Stausee in Bautzen. Der Quitzdorfer Stausee hat dagegen nachgelassen, wir fangen dort nicht mehr so viel.

Wenn aber doch einer angebissen hat – darf ich ihn immer mitnehmen?

Das kommt auf den Fisch an. Zunächst einmal darf sowieso nur angeln, wer einen Fischereischein hat. Das ist überhaupt die Grundvoraussetzung. Erwerben kann man den Schein in einem Lehrgang, der mit Prüfung abgeschlossen wird. Dort lernt man auch, welche Fische wann Schonzeit haben und deshalb zurückgesetzt werden müssen. Oder ab welcher Mindestgröße ich einen Fisch überhaupt erst mitnehmen darf.

Wer kontrolliert, ob Angler diesen Schein haben?

Die Fischereiaufsicht. Je nachdem, in welchem Gewässer man angelt, kann das die staatliche Aufsicht oder die des Deutschen Anglerverbandes DAV sein.

Was blüht Schwarzanglern?

Vom drohenden Fingerzeig über Ordnungsstrafe bis zum Einzug der Angeln oder Gerichtsverfahren ist alles möglich – je nach Schwere des Vergehens. Wer Fischfrevel betreibt, dass heißt, die Tiere schlimm behandelt, wird hart bestraft.

Werden viele Sünder ertappt?

Das kann ich nur schwer sagen. Die Hauptvergehen sind wohl eher, ohne Schein bzw. Angelberechtigung erwischt zu werden. Vor allem viele Jugendliche machen sich keinen Kopf und ziehen einfach los. Doch selbst wenn man den Fischereischein hat, braucht man noch eine Angelberechtigung für das jeweilige Gewässer. Die gibt es beim Pächter oder Besitzer. Übrigens auch in jedem Anglerladen. Das ist besonders für Touristen mit Angelschein wichtig, die unsere Gewässer mal ausprobieren wollen.

Gespräch: Daniela Pfeiffer