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Dicke Luft in Langebrück?

Der Ort liegt quasi im Grünen. Dennoch will der Ortsvorsteher beim Dresdner Luftreinhalteplan mitreden.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Langebrück. Was hat Langebrück mit dem Luftreinhalteplan von Dresden zu tun? Auf der einen Seite die Dresdner Heide, auf der anderen Seite Felder und beschauliche Dörfer. Kaum Industrie und vergleichsweise wenig Autoverkehr. Die Luft könnte kaum sauberer sein. Dennoch steht das Thema auf der Agenda. „Bekanntlich wird für die Stadt Dresden der Luftreinhalteplan erarbeitet. Auch wenn in Langebrück die Werte eingehalten werden, der Plan betrifft auch uns hier im Dresdner Norden“, sagt Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU). Droht ein Fahrverbot im Ort? „Das ganz sicher nicht. Ich sehe aber dennoch Auswirkungen auf Langebrück“, erklärt Hartmann. „Wir wollen nicht, dass bei Smog in der Innenstadt die Ampeln beispielsweise am Käthe-Kollwitz-Platz zu Pförtnerampeln umfunktioniert werden, auf Rot schalten und dann die Autos hier am Rand von Dresden im Stau stehen. Das Problem somit von der Innenstadt hier zu uns verlagert wird.“

Königsbrücker Landstraße stark belastet

Er ist sich deshalb mit den anderen Ortschaftsräten einig, dass die Fortschreibung des Luftreinhalteplans auch in Langebrück besprochen werden muss. „Wir wollen von der Stadtverwaltung über das Papier informiert werden. Es soll bei uns vorgestellt werden, erklärte Hartmann. Der Vorstoß Langebrücks ist berechtigt, denn eine der mit Abgasen am meisten belasteten Straßen ist die Königsbrücker Landstraße. Und die wird bekanntlich von vielen Pendlern aus dem Dresdner Norden genutzt. Dass in Dresden etwas in Sachen Luftqualität passieren muss, darüber sind sich alle einig. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder erhöhte Feinstaubbelastungen gemessen. 2017 wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter an 19 Tagen überschritten. 35 sind erlaubt.

Denn wegen dieser schlechten Werte droht immer noch eine Klage und ein sich möglicherweise daraus ergebendes Fahrverbot für Dieselautos. Dies hatte die Deutsche Umwelthilfe angekündigt, die den neuen Luftreinhalteplan abwarten will. Sein Vorgänger aus dem Jahr 2011 hat erste Erfolge gebracht, aber zu wenig, um alle Anforderungen zu erfüllen. So dürfen seit sechs Jahren keine großen Lkw mehr durch die Innenstadt fahren, wenn sie dort nichts anliefern. Auf der Königsbrücker Straße gilt Tempo 30. Die Busflotte der Dresdner Verkehrsbetriebe ist mit neuen, schadstoffärmeren Modellen sowie Hybridbussen ausgestattet worden. Auch die Zahl der Jobtickets ist gestiegen, mit denen Beschäftigte dank Arbeitgeberzuschuss günstiger zur Arbeit fahren können. Im Zentrum sind alle kostenlos nutzbare Parkplätze weggefallen, damit Autofahrer animiert werden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. (mit SZ)