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Die 200-Millionen-Euro-Maschine für Dresden

Sachsens größtes Forschungszentrum hat einen neuen Chef. Erstmals berichtet Sebastian Schmidt, was hier in den kommenden Jahren passiert.

Von Stephan Schön
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Elektronen fast so schnell wie das Licht: Schon jetzt ist das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mit seiner Elektonenbeschleunigung wissenschaftlich top. Doch da soll noch eine ganze Menge dazu kommen.
Elektronen fast so schnell wie das Licht: Schon jetzt ist das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mit seiner Elektonenbeschleunigung wissenschaftlich top. Doch da soll noch eine ganze Menge dazu kommen. © HZDR/Jürgen Jeibmann

Dresden. Dies soll die bisher größte Wissenschafts-Investition in Sachsen werden. Es geht um einen neuartigen Elektronenbeschleuniger, der Terahertzstrahlung erzeugen kann. Das berichtet Physikprofessor Sebastian Schmidt, der neue wissenschaftliche Leiter des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

Seit einigen Tagen leitet er Sachsens größtes Forschungsinstitut. Schmidt übernimmt damit auch Großprojekte in für Sachsen so noch nicht gekannter Dimension. Dabei geht es um eine neuartige Terahertz-Strahlenquelle, einen ganzen Laborkomplex. „Das Konzept dafür steht bereits“, sagt Schmidt im Interview mit der Sächsischen Zeitung. An die 200 Millionen Euro würde ein solches wissenschaftliches Großgerät kosten. In aller Regel übernimmt davon der Bund 90 Prozent, so wie beim Forschungszentrum an sich auch.

Mit dieser neuen Art Strahlung könnten bisher nicht beobachtbare Dinge sichtbar werden. Forscher könnten letztlich einzelnen Molekülen bei der Arbeit zuschauen – in lebender wie in künstlicher Materie. In Zellen wie in neuen Werkstoffen. Es ließe sich damit auch beobachten, ob neue Medikamente Krebszellen killen. Oder auch, über welche Moleküle Viren in die Zellen gelangen und was sie dort tun.

Die technische Machbarkeit für den Elektronenbeschleuniger Dali (Dresden Advanced Light Infrastructure) ist mit einer inzwischen abgeschlossenen zweijährigen Studie nachgewiesen. Jetzt müssen noch einmal Gutachter ran. Wenn alles bestens läuft, dann könnte Dali 2026 bereits in Dresden sein. (sts/SZ)