SZ +
Merken

Die Aids-Rallye bekommt eine neue Chefin

Aufklärung. Christiane Michen ist jetzt für die Aids-Vorbeugung im Landkreis zuständig. Sie übernimmt die Aufgabe von Sigrid Wünsche.

Teilen
Folgen

Von Rolf Hill

Zum letzten Mal führte Sigrid Wünsche am Dienstag im Kinder- und Familienzentrum „Domino“ an der Zittauer Ziegelstraße Regie bei einer Aids-Rallye. Sie hatte vor 15 Jahren diese Veranstaltung ins Leben gerufen und sie bis jetzt als Präventionskraft für Schulen beim Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes geleitet. Nun übernimmt Christiane Michen den Staffelstab von ihrer 55-jährigen Kollegin. Sigrid Wünsche wechselt in die Lebensmittelüberwachung.

„Natürlich kann man eine solche vorbeugende Aufgabe wie die Aids-Rallye nicht allein bewältigen“, betont Sigrid Wünsche. „Ohne die ehrenamtlichen Helfer aus den Vereinen der Stadt und des Kreises wären wir schön aufgeschmissen“, ist sie sich sicher. Die Palette der Beteiligten ist erstaunlich vielschichtig. Sie reicht vom Kinderschutzbund über das Familienzentrum „Domino“ bis zum CJD-Jugendhilfebüro. Inzwischen hat sich ein regelrechtes Netzwerk entwickelt. Auch diesmal sind wieder zwölf Leute im Einsatz.

Bei der Aids-Rallye selbst handele es sich um ein Angebot, das die Jugendlichen neugierig machen soll, sagt Siegrid Wünsche. Sie spricht die Förderschulen, Mittelschulen und Gymnasien des Landkreises an. Diese delegieren dann Mädchen und Jungen ab der 8. Klasse. Jeweils 15 gehören zu einer Mannschaft. Die Teams testen an fünf Stationen ihr Wissen über die Verhütung von Geschlechtskrankheiten, über Sexualpraktiken und die Sexualität im weitesten Sinne. Dafür gibt es Punkte und am Ende eine Anerkennung.

Die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen liege auf der Hand, unterstreichen die beiden Sozialarbeiterinnen. Es gebe in diesem Bereich echte Wissenslücken. Deshalb gibt es bereits Grundschulprojekte zur kindgemäßen Aufklärung von Mädchen und Jungen ab der vierten Klasse.

„Leider hat die Bereitschaft der Schulen für solche Projekte deutlich abgenommen“, bedauert Sigrid Wünsche. „Andererseits scheuen sich viele Lehrer, vor allem die älteren, auf die entsprechenden Fragen der Kinder behutsam zu antworten.“ Dieser Entwicklung müsse Einhalt geboten werden, denn entgegen dem internationalen Trend haben sowohl die HIV-Infektionen als auch „normale“ Geschlechtskrankheiten in Deutschland von Jahr zu Jahr zugenommen.