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Die "alte Lotte" wird aufgemotzt

Bevor das älteste Haus in Eckartsberg ein neues Kleid bekommt, ist erst mal die benachbarte Scheune dran. Aber dafür braucht der Verein Hilfe.

Vereinsvorsitzender Henry Stuff (links) und Vereinsmitglied Bert Salomo in der Scheune neben der alten Lotte.
Vereinsvorsitzender Henry Stuff (links) und Vereinsmitglied Bert Salomo in der Scheune neben der alten Lotte. © Matthias Weber

An der "alten Lotte", dem ältesten Haus von Eckartsberg, tut sich was. Wer hier im Mittelherwigsdorfer Ortsteil vorbeikommt, merkt spätestens jetzt, dass die Mitglieder vom Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf Ernst machen. Sie retten das alte Umgebindehaus in der Geschwister-Scholl-Straße 79 in Eckartsberg. Seit 1992 steht das um schätzungsweise 1760 gebaute Umgebinde leer und war immer mehr dem Verfall ausgesetzt.

Doch bevor sie sich ihrer alten Lotte richtig widmen können, müssen sie erst einmal eine andere große Herausforderung bewältigen. Das Dach der großen Scheune daneben war einsturzgefährdet. War muss es jetzt schon heißen. Denn kurz vor Ostern haben hier viele fleißige Helfer angepackt. Mittlerweile ist das einst als Garage genutzte Gebäude eingerüstet. Und seit Dienstag ist es nun auch in Eigenleistung vom Verein abgedeckt worden. "Wir haben sogar noch von einem Abrisshaus in Zittau alte Ziegeln geborgen, weil wir für den Ringanker noch welche brauchen", schildert Vereinsvorsitzender Henry Stuff.

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"Wir machen zuerst die Scheune, weil die finanziellen Mittel dafür überschaubar sind", sagt er. Die Scheune wird auch dringend gebraucht. Zum Einlagern von Materialen beispielsweise. Aber vor allem für die geplante Kinder- und Jugendarbeit im Verein. In der Scheune soll bei den Jugendlichen nämlich das Interesse an technischen Berufen geweckt werden. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern ebenso praktisch mit dem Aufarbeiten alter Feuerwehrtechnik, wie etwa einer Tragkraftspritze. Auch die alte Robur-Feuerwehr braucht etwas Pflege.  

So sah die Scheune neben der "alten Lotte" in Eckartsberg noch vor wenigen Tagen aus. 
So sah die Scheune neben der "alten Lotte" in Eckartsberg noch vor wenigen Tagen aus.  © Matthias Weber
Inzwischen ist das Gebäude eingerüstet und das Dach abgedeckt.
Inzwischen ist das Gebäude eingerüstet und das Dach abgedeckt. © Verein
Liebevoll gesägte Details auf den Eigenbau-Blumenkästen am Zaun.
Liebevoll gesägte Details auf den Eigenbau-Blumenkästen am Zaun. © Matthias Weber
Die "alte Lotte" in der Geschwister-Scholl-Straße 79 ist das älteste Haus in Eckartsberg.
Die "alte Lotte" in der Geschwister-Scholl-Straße 79 ist das älteste Haus in Eckartsberg. © Matthias Weber
Vereinsvorsitzender Henry Stuff (links) und Vereinsmitglied Bert Salomo vor der wieder frei gelegten Eingangstür der alten Lotte.
Vereinsvorsitzender Henry Stuff (links) und Vereinsmitglied Bert Salomo vor der wieder frei gelegten Eingangstür der alten Lotte. © Matthias Weber

Rund 15.000 Euro werden sie jetzt für die Scheune aufbringen müssen, schätzen Henry Stuff und Vereinsmitglied Bert Salomo. "Aber wir sind optimistisch, dass wir das schaffen", sagt er. 5.000 Euro haben sie bereits über einen Ideen-Wettbewerb bekommen. Und 2.000 Euro an Eigenmittel aufgebracht. Darin sind die Spenden und die Vereinsförderung der Gemeinde Mittelherwigsdorf - immerhin 1.300 Euro - enthalten.

Damit auch die noch fehlende Summe zusammenkommt, hofft der Förder- und Historikverein der Feuerwehr Eckartsberg/Radgendorf auf weitere Unterstützung. Das Projekt gehört aktuell zur Crowdfunding-Aktion "Viele schaffen mehr" der Volksbank Löbau-Zittau, die auch von der Sächsischen Zeitung unterstützt wird. Bis zum 26. Juni kann über diese Plattform gespendet werden. Bei dieser Aktion legt die Volksbank auf jede Zehn-Euro-Spende selbst noch einmal zehn Euro drauf. So sollen noch einmal 5.000 Euro zusammenkommen, berichtet Henry Stuff. Am Donnerstagabend waren es schon reichlich 3.900 Euro.

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Aber auch an der "alten Lotte" selber bemerken immer wieder Anwohner kleine Veränderungen. Selbst die historische Haustür ist jetzt nicht mehr verbrettert. Wie zur Weihnachtszeit, haben die Vereinsmitglieder jetzt zu Ostern das Haus entsprechend geschmückt. Daran hat unter anderem Vereinsmitglied Bert Salomo eine Aktie. Am Zaun hängen hier nicht irgendwelche Blumenkästen. Sie wurden aus Euro-Holzpaletten gebaut. Und wer genau hinsieht, bemerkt sogar ein paar liebevoll gesägte Details darin. Wie eine hölzerne Feuerwehr und eine Blume. "Wir merken, dass man unsere Arbeit anerkennt und freuen uns darüber", schildert Henry Stuff. Um die Pflege der Blumenkästen kümmern sich beispielsweise die Nachbarn.

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