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Die „Alten“ halten durch

Göppersdorf. Zum zehnjährigen Jubiläum des Jugendklubs wird heute Abend angestoßen.

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Von Daniel Förster

Hübsch herausgeputzt haben die Göppersdorfer ihren Jugendklub. Angefangen vom großen Klubzimmer über die Küche und die Garderobe bis zur Toilette und dem Flur. Sämtliche Räume zeigen sich in neuem Glanz, alles ist tipptopp. „Wenn zum Jubiläum viele Gäste kommen, wollen wir uns von der besten Seite zeigen“, sagt Susan Boden, eine der eisernen Klub-Mitstreiterinnen. „Vor der Großreinigung haben wir viel gemalert, die Bar auf Vordermann gebracht, unter anderem die Holzpaneele gestrichen.“

Heute Abend sagt die „alte“ Göppersdorfer Jugend Prost auf zehn Jahre Klub im ehemaligen Gasthaus. „Wir lassen eine kleine Fete steigen“, sagt Susan. „Alle, die uns regelmäßig und unregelmäßig besucht und geholfen haben, sind eingeladen.“ Auch Bürgermeisterin Brigitte Kolba steht auf der Gästeliste. Sie händigte vor zehn Jahren den jungen Leuten den Schlüssel aus. Seitdem nutzen sie die gesamte untere Etage des gemeindeeigenen Hauses als Domizil.

„Wir wollen weder Krach mit den Anwohnern, noch Saufgelage, sondern einen täglichen Treff.“ Mit dem Satz auf den Lippen traten sie an den Gemeinderat heran. Gleich als es grünes Licht gab, waren die Göppersdorfer Feuer und Flamme für ihr neues „Dach überm Kopf“, waren in jeder freien Minute hier. Mit Elan entrümpelten sie die alten Gasträume, mauerten, tapezierten, strichen … Auch die Eltern griffen ihnen unter die Arme. Alles größtenteils auf eigene Kappe. „Wir waren wirklich froh, dass wir die Räume bekommen haben. Vorher hatten wir eine etwas abseits vom Dorf gelegene Bude, ohne Strom und Wasser“, so Susan.

Stamm-Clique trifft sich weiter

„Die Stamm-Clique von einst trifft sich – abgesehen von zwei, drei Leuten – heute immer noch regelmäßig“, erzählt Susan. Ein gutes Dutzend 25- bis 28-Jähriger kommt zum Quatschen, Musik hören, Karten oder Billard spielen und auch zu einem Feierabend-Bierchen – das ist heute genehmigt. Am Wochenende sind es freilich mehr.

Langsam aber sicher entwachsen die Mitglieder dem Jugendalter. „Die meisten sind mit der Berufsausbildung fertig und fest im Berufsleben integriert“, sagt Susan Boden. Und vom Nachwuchs gibt es noch keine Spur. „Es wäre schön, wenn die nächste Generation nachrückt. Aber die gibt es in unserem Dorf noch nicht.“

Trotzdem halten die „Alten“ weiter zur Stange, gibt es wenigstens im Ort ein kulturelles Zentrum. „Die nächsten fünf bis zehn Jahre machen wir weiter.“ Die guten Beziehungen zu den anderen Klubs der Region übrigens, die gibt es immer noch.