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Die Altendorfer haben wieder viel zu feiern

Historie. Gleich mehrere Jubiläen stehen an. Eines davon ist das 125-jährige Bestehen der Dorfschule.

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Von Karl-Heinz Prescher

Ende des 19. Jahrhunderts wurden überall in der Region neue Schulen gebaut. Die Industrialisierung forderte gebildete Jugendliche. Auch Altendorf erhielt eine Schule. Der Ortschronik von Irmtraud Hille ist zu entnehmen: „Für den Schulbau nahm die Gemeinde 1879 einen Kredit von 10 000 Mark auf. Die Schule wurde zu Ostern 1880 eingeweiht.“ Seitdem prangt an ihr ein Relief mit den Worten: „Unseren Kindern 1880.“

In dieser Schule wurde dann 99 Jahre lang unterrichtet. Vor 25 Jahren wurde sie geschlossen. Sie war ein kultureller Mittelpunkt des Dorfes. Viele ältere Einwohner erinnern sich noch gern an Schulfeste, Theateraufführungen und an den Junglehrer aus Dresden, den heute als Heimatforscher bekannten Hermann Lemme. Er öffnete ihnen die Augen für die Schönheiten der Landschaft. Lehrer Lemme hat übrigens die Tradition des Johannisfeuers in Altendorf wieder eingeführt. Schulfeste in Altendorf gehören der Vergangenheit an. Größere, speziellere Wissensvermittlung im Fachunterricht und ökonomische Zwänge führten zur Schulkonzentration und zur Abschaffung der Dorfschulen. Die Altendorfer Kinder haben ihre Schulheimat in Sebnitz und anderswo. Die Verbundenheit geht verloren. In Altendorf wird auch etwas getan, um die Zuneigung zum Heimatdorf zu fördern. Was da in Jahren gewachsen ist, sieht wie ein Konzept aus, an dem viele beteiligt sind.

Wenn 15- bis 18-jährige heute „Aktivposten“ in der Freiwilligen Feuerwehr, im Heimatverein und im Jugendclub sind, dann sind sie fast alle den Weg über Kinderfasching, Bastelnachmittage, „Mini-Playback-Show“ und Jugendfeuerwehr gegangen. Die jährlichen Veranstaltungen des Heimatvereins von Winterwanderung, Sonnenwendfest, Drachenfest bis Weihnachtsmarkt sind immer auch eine Domäne der Jungen und Mädchen.

Und stets haben die Sportfrauen ihre Ideen und Finger im Spiel. „Sicherlich macht es Mühe und kostet Zeit, zum Beispiel die Mini-Playback-Show vorzubereiten: Aber es ist schön, wenn man dann sieht, wie sich die älteren Einwohner und die Gäste am Können der Kinder erfreuen,“ sagte Manuela Kannwischer, Sportfrau und Vorstandsmitglied im Heimatverein.

Wenn sich auch die Schule zu Gemeindezentrum und Fremdenverkehrsamt gewandelt hat, das Motto der geistigen Väter der Schule ist geblieben, etwas für „unsere Kinder“ zu tun. Das Schuljubiläum von Altendorf spiegelt sich deshalb in vielen Ereignissen wider.

Wenn in diesem Jahr zum 35. Sonnenwendefest, anlässlich 560 Jahre Altendorf und 125 Jahre Schule die „Ehemaligen“ wieder zum Altendorf-Treffen eingeladen sind, dann werden sicher auch die Erinnerungen an die Schulzeit ausgetauscht.

Doch bevor die Alten sich wieder sehen, wird es noch ein Treffen der Jungen geben. Am heutigen Sonnabend wetteifern die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Kirnitzschtal zum fünften Mal um den Sieg in ihren Spezialdisziplinen. Dieser Wettbewerb findet mit dem dritten Gerätehausfest der Altendorfer Wehr statt. Wie Jugendwart Rene Kannegießer sagt, sind die Altendorfer „gerüstet und haben das Zeug dazu, gute Plätze zu erreichen. Viele Übungsstunden und gemeinsame Erlebnisse haben ein immerhin 17-köpfiges Team zusammen geschmiedet.“