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Die Arena bebt im Takt der Trommeln

Nach einem verhaltenen Vorverkauf ist die Stimmung beim Pfingstfest der Milkauer Schalmeien gigantisch. Dafür sorgen auch mitgereiste Fans.

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© Dietmar Thomas

Von Claudia Erbert

Hartha. Seit 1959 musizieren die Milkauer Schalmeien gemeinsam und seit 16 Jahren feiern sie in Milkau ein Pfingst- und Musikfest, zu dem traditionell auch andere Kapellen eingeladen sind, um den ganzen Abend Stimmung zu machen. „Da auf dem Festplatz, auf dem sonst unser Zelt steht, dringende Baumaßnahmen durchgeführt werden müssen, sind wir froh, dass wir in der HarthArena so eine tolle Alternative gefunden haben“, freut sich der erste Vorsitzende Holger Müller. Die Ausstattung der Halle ist perfekt für ein solches Fest: Bühne, Technik, genügend Platz für drei Bars, viele Hundert Gäste und ein musikbegeistertes Publikum. Christian Kowalke, einer der Mitarbeiter der HarthArena, freut sich, so viele Harthaer zu sehen: „Der Vorverkauf lief langsam an, aber jetzt sind sie alle da. Die Milkauer sind eine tolle Truppe, schon am Freitagmittag sind sie mit 30 Leuten zum Aufbauen gekommen.“

Bereits auf dem Parkplatz ist zu erkennen, dass die Halle voll ist. Und noch etwas fällt auf: Neben den Bussen der Kapellen ist auch ein Fanclub mit einem eigenen Bus angereist. Mehr als 80 Mitglieder haben die Milkauer Schalmeien selbst, vom Kleinkind bis zur Oma sind alle mit. In schwarz-gelben Vereins-T-Shirts sind sie leicht zu erkennen und überall fleißig: Sie räumen die Tische ab, sammeln Müll und Gläser ein, versorgen die anderen Musiker, malen und basteln mit den Kindern, betreuen die Hüpfburg und verteilen Neon-Accessoires für den Abend.

„Wir lassen uns immer was Neues für abends einfallen, letztes Jahr hatten wir eine Samba-Party und diesmal soll es Neon sein“, erklärt Holger Müller. Mit Schwarzlicht werden dann die bunten Ringe, Brillen, Ohranhänger und bemalten Gesichter beleuchtet. „Normalerweise feiern wir zwei Tage, und wenn die Letzten gegen früh um 6 gehen, sind die Ersten manchmal schon wieder da. Aber hier machen wir erstmal einen Testlauf mit einem Tag.“

Da noch nicht feststeht, wie es mit dem Veranstaltungsort in Milkau weitergeht, besteht auch die Option, das Fest wieder in Hartha stattfinden zu lassen. Die Gast-Kapellen scheinen keinen Unterschied zu merken, denn fast jeder Chorleiter begrüßt die Gäste „hier in Milkau“ und mit „Milkau, habt ihr Spaß?“ Die Antwort ist dennoch einstimmig positiv, nicht nur die eingefleischten Fanclubs, die wie die Gahlenzer sogar passende T-Shirts anhaben, sondern auch die anderen Gäste stehen auf den Bänken oder zwischen den Reihen und klatschen und pfeifen mit Trillerpfeifen begeistert mit.

Zur Unterstützung der Milkauer sind diesmal die Vollmershainer Schalmeien, der Schalmeienzug Eibenstock, die Schalmeienkapelle Reichenbach Vogtland und das Schalmeienorchester Tettau/Frauendorf gekommen. Ohne Schalmeien, dafür aber mit den schönsten Kostümen des Abends spielt die Gruppe der Faschingsgesellschaft Grün-Weiß Wendelstein, genannt Wendengugge. Sie spielen mit Blechblasinstrumenten wie Trompeten und Posaunen. „Wir haben unsere Kostümveranstaltung vom 11.11. extra für euch auf den 14. Mai verlegt“, begrüßen sie die Milkauer Schalmeien, bevor sie wie alle anderen ihr Geschenk in Empfang nehmen.

Auch die „Revange in Orange“, die Reichenbacher Schalmeien, sind gern gekommen. „Wie mussten nicht nachdenken, als du uns angerufen hast, lieber Holger.“

99 Luftballons, Die Ärzte mit „Lass die Leute reden“, Wolfgang Petris „Hölle, Hölle“ – es fehlt wirklich kein wichtiger Partyhit und so manch einer staunt, wie lange es ohne Text manchmal dauert, bis selbst diese bekannten Titel erkannt werden. „Man klatscht sofort mit und weiß: Das kenn ich! Aber wenn keiner singt, fällt einem wirklich nicht gleich ein, wie die Titel heißen. Die Stimmung hier ist wirklich super, mir tun schon die Hände weh, aber hoffentlich bauen die in Milkau noch länger“, scherzt und hofft Bernd Meister, der zwar nicht aus Hartha kommt, aber von Niederstriegis einen kürzeren Weg hat.