SZ +
Merken

Die Bambinis kicken sogar am Sonntag

Lomnitz. Seit knapp drei Monaten trainieren Günther Züche und Falk Nagora 5- bis 7-Jährige. Derzeit in der Halle, im Sommer geht’s ins Freie.

Teilen
Folgen

Von Bernd Goldammer

Katja Günthers Familie steht auch am Sonntagmorgen früh auf. Der Grund: Sohn Nico will zu den Bambinis des Lomnitzer Sportvereins. Zusammen mit elf anderen Jungen trainiert er in der Wachauer Turnhalle.

Trainer beobachten genau

Während die Kinder an ihrer Kondition arbeiten und ihre ersten Dribblings üben, beobachtet Jugendleiter Günther Züche Antrittsschnelligkeit und Reaktionsvermögen. In den zwei sonntäglichen Trainingsstunden sucht er die Stärken seiner Schützlinge. Er geht sehr behutsam vor. Es sind halt kleine Kinder. Da ist enormes Einfühlungsvermögen gefragt.

Zwar werden mit Fußball Milliarden Einnahmen erzielt. In Lomnitz aber kommt von diesen Geldströmen nichts an. Im Gegenteil: Ab Januar werden auch die Kleinen etwa 30 Euro pro Jahr entrichten müssen. Nicht etwa um die Trainingsstunden zu bezahlen, beide Trainer arbeiten leidenschaftlich, aber kostenfrei. Ein Großteil dieses Geldes wird für Versicherung, Spielbetrieb und ähnliches an die Sportverbände weitergereicht.

Wohltaten schütten lediglich Trainer, Gemeinde und Sponsoren aus. Die einen geben ihre Zeit, die anderen ihre Halle. Bälle und Trikots stiften private Geldgeber. Ihr Lohn: Jeder gelungene Angriff der Bambinis, egal auf welches Tor. Und auch die freudige Umarmung der Kleinen, wenn der Ball im Netz zappelt. „Die Kinder lernen Mannschaftsgeist, Zusammenspiel, Willensqualitäten und Selbstdisziplin“, verdeutlicht Günther Züche.

Er hat große Ziele vor Augen. Unser neuer Sportplatz in Lomnitz wird sicher bald ein Schmuckstück werden. Nicht mehr lange, dann kommt der Samen für den Rasen in die Erde. Wenn der reguläre Spielbetrieb wieder möglich ist, soll Lomnitz auch sportlich vorwärts kommen“, macht er klar. Mit ihrem Bambini-Training schaffen sie schon jetzt wichtigste Grundlagen dafür.

Neue Mitspieler gesucht

„Ich möchte mich aber auch für die Hilfe und Unterstützung bedanken, die uns in Wachau zuteil wird“, erklärt Züche und er lädt ein: „Wir freuen uns auf jeden weiteren Mitspieler“.

Die Eltern beobachten die Spielzeit noch mit ganz anderen Augen: „Mein Sohn Dominik lernt dabei viel fürs Leben: Soziales Miteinander, Kampfgeist und Fairness, Erfolge genießen und Misserfolge positiv zu verarbeiten. Er tut etwas für seine Gesundheit und hat viel Spaß dabei“, freut sich Manuela Richter. So wie sie denken viele Eltern. Das ist ihr Grund, weshalb sie jeden Sonntag auch aus Lichtenberg, Leppersdorf und Seifersdorf zum Training kommen. „Es geht, darum dass unsere Kinder etwas Sinnvolles tun und sich für die richtigen Dinge begeistern“, freut sich Katja Günther, nachdem sich die Kinder von ihren beiden Trainern verabschiedet haben.

Sollten in 15 Jahren ein Dominik Richter oder ein Nico Günther irgendwo auf einem deutschen Rasen auflaufen, als sei es die normalste Sache der Welt, wäre damit bewiesen, was die Fußball-Welt im innersten zusammenhält. Nicht nur die Kohle! Eher sind es die heißen Herzen an der Basis. In Lomnitz, Wachau und anderswo .