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Die Betroffenen nicht allein lassen

über die Zukunft der Siedlung an der Elbaue

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Alexander Müller

Das Beispiel der kleinen Pratzschwitzer Siedlung „An der Elbaue“ zeigt einmal mehr, wie komplex und weitreichend das Thema Hochwasser ist. Hier wurde an einer Stelle gebaut, die eigentlich nicht dafür geeignet ist. Die Fluten von 2002 und jetzt im Juni haben das auf traurige Art gezeigt. Denjenigen, die hier etwas aufgebaut haben, darf man aber keinen Vorwurf machen. Für sie ging alles rechtens zu, sie haben auf die Institutionen und Behörden vertraut, welche dieses Wohngebiet genehmigt haben.

Die Betroffenen vertrauen deshalb jetzt zu Recht auf Hilfe. Eine Zwangsumsiedlung scheint zwar vom Tisch, doch was bringt das schon den Menschen? Sie stehen trotzdem vor der Frage, ob sie wieder aufbauen oder wegziehen und woanders neu beginnen sollen. Es geht darum, wer das alles bezahlt und ob es eine Perspektive gibt. Wie es aussieht, könnte es eine Lösung geben. Dass die Menschen noch nicht darüber reden wollen, ist verständlich. Solange sich die Behörden ihrer Verantwortung stellen – und das scheint der Fall –, braucht es auch keinen öffentlichen Aufschrei.