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Die Bienen suchen Pollen und Nektar

Imker in der Lausitz arbeiten trotz Corona wie gewohnt weiter - auch Ullrich Schmidt.

Ullrich Schmidt mit einigen seiner Beuten, aus denen die Bienen jetzt in die Natur schwärmen.
Ullrich Schmidt mit einigen seiner Beuten, aus denen die Bienen jetzt in die Natur schwärmen. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Vor wenigen Tagen war Frühlingsbeginn. Steigende Temperaturen locken Honigbienen aus ihren Beuten ins Freie und die Imker arbeiten jedes Jahr auf die gleiche Weise mit ihren Tieren. Im Februar/März wird kontrolliert, wie die Völker den Winter überstanden haben und ob sie schon mit dem Brutgeschäft beginnen, sagt Ullrich Schmidt aus Hoyerswerda. Bei 14 seiner 16 Bienenvölker ist das der Fall – und dieser geringe Verlust von nur zwei Völkern erfreut den erfahrenen Hobby-Imker.Besonders schön findet er es, wenn er die ersten Jungbienen im Sonnenschein bei Temperaturen über 10 Grad Celsius beobachten kann. Friedlich summend erkunden die Insekten die Umgebung rund um „ihre“ Beute und prägen sich das Aussehen des Einflugloches ein. „Nur das ermöglicht ihnen, nach dem Flug wieder zurückkehren zu können“, weiß Ullrich Schmidt. Täglich vergrößern die Arbeitsbienen ihren Aktionsradius auf der Suche nach Blütenpflanzen, die Pollen und nahrhaften Nektar bereithalten. Diese Schätze tragen sie in den Stock und sorgen somit für das Überleben ihres Volkes.

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Raps ist das Lieblings-Futter

Leuchtend gelbe Rapsblüten stehen bei ihnen im April und Mai hoch im Kurs, denn der Nektar dieser Pflanze hat einen hohen Zuckergehalt, erklärt der Imker. Er ergänzt: Für so ein Nahrungsangebot fliegen die fleißigen Insekten schon mal fünf Kilometer weit. In Städten mit vielen Kleingartenanlagen und Vorgärten finden sie leicht Futter. Wenn aber Bauern auf großen Schlägen nur Getreide und Mais anbauen, ist das nicht bienenfreundlich, weil diese Pflanzen vom Wind bestäubt werden und den Bienen keine oder nur wenig Nahrung bieten können. Blühwiesen könnten hier Abhilfe schaffen, sagt Ullrich Schmidt.

Arbeitsbienen bemerken aber auch, wenn im Stock Wasser für die Brutaufzucht fehlt, und beginnen es zu sammeln. Den richtigen Zeitpunkt dafür erkennen sie, weil sie am Anfang ihres Lebens im Bienenstock mitarbeiten und die in den Wabenzellen heranwachsenden Maden füttern. „35 Grad Celsius und etwa 50 Prozent Luftfeuchtigkeit sind optimal für die Brutpflege“.

Ullrich Schmidt kam als Jugendlicher über einen Arbeitskollegen zu seinem Hobby und erhielt von diesem sein erstes Bienenvolk. Im kalten Februar 1955 hat er es selbst auf einem Fahrradanhänger aus dem nahen Bröthen geholt. Heute stehen die Beuten auf seinem Gelände an der Schwarzen Elster, denn ein Leben ohne die Bienen und ihren Honig kann sich der 81-Jährige nicht mehr vorstellen.

Seit Jahren hält er Vorträge vor Kita-Kindern und Schülern, um ihnen die Bedeutung der Honigbiene nahezubringen. Ullrich Schmidt hofft, diese Tätigkeit nach der überstandenen Corona-Krise wieder intensiv fortführen zu können.

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